Heilmannstraße: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Die Abstimmungsunterlagen für die Bürgerentscheide am 25. Februar haben Sie mittlerweile alle mit der Post erhalten. Einige haben ihre Stimmzettel auch schon ausgefüllt zurückgeschickt. Andere allerdings haben noch Fragen, was den Neubau der 22 Wohnungen in der Heilmannstraße betrifft. Am Donnerstag vor einer Woche habe ich viele von Ihnen auf der Informationsveranstaltung im Sportheim getroffen. Mit Christine Salfer von der WIP, mit unseren Gemeinderäten Dr. Alexander Betz (FDP) und Reinhard Vennekold (WIP) saß ich auf dem Podium, um Ihnen Rede und Antwort zu stehen. Das möchte ich auch jetzt in diesem Brief tun – und zwar auf jene Fragen, die am Donnerstag am meisten diskutiert wurden.

Warum hat der Gemeinderat entschieden, die Wohnungen jetzt zu bauen? Das Wohnraumproblem ist dringend. Es geht darum, unsere Infrastruktur zu erhalten. Gerade stand es in der Zeitung: Das Pflegeheim am Wiesenweg muss Senioren abweisen, obwohl es Platz für neun weitere Personen hätte. Doch es fehlen fünf der benötigten Pflegekräfte. Der Hort hat in diesem Schuljahr nur mit Mühe und Not seine Stellen besetzen können und auch der Kindergarten Heilig Geist stand kurz davor, eine Kita-Gruppe wegen Personalmangels schließen zu müssen. Schuld daran sind vor allem die hohen Lebenshaltungskosten. Wo sollen die Menschen, die in unseren Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen und in unserem Schwimmbad arbeiten, wohnen? Gemeindliche Wohnungen, die sich auch Menschen ohne überdurchschnittliches Einkommen leisten können, können wir im Moment kaum anbieten. Aus diesem Grund hatte der Gemeinderat im April 2016 mit 17:2 Stimmen beschlossen, auf dem Grundstück in der Heilmannstraße ein Wohnhaus zu errichten.

Aber in der Hans-Keis-Straße entstehen doch gerade 21 neue Gemeindewohnungen. Reichen die nicht? Nein. Mehr als 100 Personen stehen auf unserer Warteliste.

Würden denn Feuerwehrleute, Erzieher oder Altenpfleger überhaupt eine Wohnung in dem geplanten Gebäude bekommen? Ja. Denn das Kommunale Wohnraumförderprogramm des Freistaats ist genau für diese Menschen gedacht. Die Gemeinden sollen sich zwar bei der Mieterauswahl an den Einkommensgrenzen des Bayerischen Wohnraumfördergesetzes orientieren. Doch zum einen werden diese Grenzen demnächst erhöht, zum anderen räumt die Regierung von Oberbayern den Kommunen ganz bewusst einen Spielraum ein, damit eben auch jene, deren Einkommen darüberliegt, bezahlbaren Wohnraum finden: Einzelpersonen mit einem Brutto-Jahreseinkommen von bis zu 42.000 Euro oder vierköpfige Familien mit einem Einkommen von bis zu 104.900 Euro etwa. Wie sich diese Summen zusammensetzen, sehen Sie an den Beispielrechnungen auf unserer Homepage www.pullach.de. Die genauen Vergabekriterien festzulegen, ist allerdings Aufgabe des Gemeinderats.

Wie viel muss die Gemeinde für die Wohnungen in der Heilmannstraße wirklich zahlen? Dank des Zuschusses des Freistaats von 3,347 Millionen aus dem besagten Kommunalen Wohnraumförderprogramm verbleiben weniger als 5 Millionen Euro inkl. Mehrwertsteuer. Das knapp 1700 Quadratmeter große Grundstück hatte die Gemeinde bereits 2016 für 3 Millionen Euro gekauft. Würde das Grundstück in der Heilmannstraße nicht bebaut, wären die bisherigen Planungskosten voraussichtlich genauso wie der Zuschuss verloren.

Könnte man solch ein Gebäude nicht auch billiger bauen? Kaum. Dass die Bausumme nicht niedriger ist, liegt daran, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Zudem handelt es sich um ein Niedrig-Energiehaus, für das wir nachhaltige Materialien verwenden – auch, um den Wertverlust so gering wie möglich zu halten. Mehr Informationen dazu finden Sie auf Seite 2. Eine Rolle spielt auch, dass wir das Grundstück optimal nutzen und darauf so viel Wohnraum wie möglich, aber auch Tiefgaragenplätze schaffen wollen. Das ist auch der Grund für die terrassenartige Architektur. Und natürlich möchten wir, dass sich die Bewohner darin wohlfühlen.

Wie kann sich das Ganze bei so niedrigen Mieten rentieren? Sowohl unsere Kämmerei, als auch die Prüfer der Förderstelle der Regierung Oberbayern und der Geschäftsführer unserer Wohnungsbaugesellschaft kamen zu dem Ergebnis, dass die zu erwartenden Mieten die Investitionskosten wieder einspielen – bei 12 Euro pro Quadratmeter bereits nach 27 Jahren, die Instandhaltungs- und Verwaltungskosten eingerechnet. Mit diesem Haus möchte die Gemeinde kein Renditeobjekt schaffen, sondern einen Wert, der dauerhaft in unserem Besitz bleibt.

Sollte Pullach sich nicht erst einmal um Projekte wie den Schulneubau, das neue Schwimmbad und die Renovierung des Bürgerhauses kümmern? Das ist sowohl als auch möglich. Den Zeitplan für die verschiedenen Bauvorhaben bestimmt der Gemeinderat mit seinen Beschlüssen: Auch wenn 22 Wohnungen gebaut werden, würden die übrigen Vorhaben der Gemeinde vorangetrieben werden. Wir werden noch in diesem Jahr den Fahrplan fürs neue Schwimmbad erarbeiten und ein Lern-Raum-Konzept für die Grund- und die Mittelschule. Auch die Renovierung des Bürgerhauses ist bereits in Vorbereitung. Vom 27. Februar bis zum 4. März präsentieren wir dort übrigens in einer Ausstellung den aktuellen Stand des Ortsentwicklungsplans.

Wenn Pullach alle Projekte realisiert, würde es sich damit verschulden? Nein. Selbst wenn wir für unsere Schulen 40 Millionen Euro ausgeben würden, für das Schwimmbad 25 und für die Arbeiten am Bürgerhaus um die 8 Millionen: Pullach müsste sich dafür nicht verschulden. Denn die Kosten für solche großen, längerfristigen Projekte würden nicht auf einen Schlag anfallen, sondern über einen gewissen Zeitraum. Da Pullach über einen konstanten Einnahmenzufluss verfügt und es bisher keine Anzeichen dafür gibt, dass die Gewerbesteuereinnahmen einbrechen könnten, würden wir wohl eher Rücklagen behalten.

Liebe Pullacherinnen und Pullacher, hoffentlich fällt Ihnen die Entscheidung am 25. Februar mit diesen Antworten etwas leichter. Auf unserer Website haben wir Ihnen auch noch einmal die wichtigsten Fakten und Daten rund um das Projekt Heilmannstraße zusammengestellt.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin

8. Februar 2018

 

Heilmannstraße 53/55: die Zahlen auf einen Blick

  • Grundstücksfläche: knapp 1700 Quadratmeter (Kaufpreis 2016: rund 3 Millionen)
  • Wohnfläche: 1342 Quadratmeter für 22 Wohnungen
  • Aufteilung: 2 Fünf-, 2 Vier-, 8 Zwei-, 10 Einzimmerwohnungen sowie 24 Tiefgaragenplätze
  • Planungs- und Baukosten insgesamt: 8,3 Millionen Euro inkl. Mehrwertsteuer
  • Zuschuss von Freistaat: 3,347 Millionen Euro
  • Verbleibende Planungs- und Baukosten: knapp 5 Millionen Euro inkl. Mehrwertsteuer
  • Voraussichtlicher Mietpreis: rund 12 Euro
  • Voraussichtliche Amortisierungszeit: rund 27 Jahre
  • Rücklagen der Gemeinde Stand 12.12.2017: 51,7 Millionen Euro