Unser Stadtradeln-Star heißt Ludwig Kneißl – im Rathaus ist er zuständig für Nachhaltigkeit

Am kommenden Sonntag startet im Landkreis München die Aktion Stadtradeln: In fast 800 Kommunen deutschlandweit radeln die Bürgerinnen und Bürger zwischen Mai und September jeweils drei Wochen lang um die Wette, um möglichst viele Fahrradkilometer zu sammeln. Ausgeschrieben hat den Radl-Wettbewerb das Klimabündnis, dem Pullach schon 1997 beigetreten ist. Mitmachen ist für uns also Ehrensache! Seien auch Sie dabei, schwingen Sie sich vom 1. bis 21. Juli möglichst oft auf Ihr Fahrrad – für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Ausflüge. Melden Sie sich auf www.stadtradeln.de/pullach an, wenn Sie in Pullach wohnen oder hier arbeiten. Sie können als Team antreten oder einzeln. Auf jene mit den meisten Kilometern warten Preise.

Seit wir 2014 das erste Mal an der Aktion teilgenommen haben, haben Sie fürs Stadtradeln insgesamt 116.628 Kilometer auf dem Radl zurückgelegt. Das entspricht ungefähr drei Mal der Strecke rund um die Erde! Ich finde das ziemlich beeindruckend. Dadurch, dass Sie während des Stadtradelns so häufig Ihr Auto stehen lassen haben, haben Sie 16.682 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. Natürlich hält ein dreiwöchiger Wettbewerb pro Jahr den Klimawandel nicht auf, aber er sensibilisiert die Menschen dafür und verdeutlicht uns noch einmal, dass das Leben auch ohne Auto ziemlich gut funktioniert. Zumindest hier in Pullach mit seinen drei S-Bahnhöfen, dem 270-Bus für die Wege im Ort und dem Carsharing-Angebot unseres Kooperationspartners Lautlos.

Unser diesjähriger Stadtradeln-Star Ludwig Kneißl jedenfalls verzichtet während der drei Wochen ganz aufs Auto. Kein Problem für ihn, er besitzt nicht einmal eines. Er wohnt in München und radelt jeden Tag 16 Kilometer in unser Rathaus und abends zurück. Vor zwei Monaten hat er seine Stelle als Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik in Pullach angetreten. Er ist hier aufgewachsen und nach dem Studium und längeren Auslandsaufenthalten nun zurückgekehrt. Vorerst für zwei Jahre, denn so lange fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seinen Arbeitsplatz zu 90 Prozent. Die meisten von uns verbinden das Thema „Entwicklungspolitik“ eher mit der „Dritten Welt“, tatsächlich hat aber auch eine Gemeinde wie Pullach noch Entwicklungspotenzial.

Beispielsweise im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Fair Trade. Immerhin hat der Gemeinderat 2017 beschlossen, dass Pullach sich um den Titel Fair Trade-Gemeinde bewirbt und der so genannten 29++Klima.Energie.Initiatve beitritt, der gemeinsamen Klimaschutzerklärung aller 29 Landkreiskommunen. Diese beabsichtigen, die jährliche Kohlenstoffdioxid-Emission im Landkreis bis 2030 auf sechs Tonnen pro Einwohner zu reduzieren. 2010 lag diese noch bei 13 Tonnen.

Zu den Aufgaben von Ludwig Kneißl wird es gehören, unsere Gemeinde bei der Umsetzung dieser Ziele zu unterstützen. Beispielsweise, indem er die Organisatoren der vielen Initiativen, die es in Pullach bereits gibt, miteinander vernetzt. Er möchte eine Steuergruppe einrichten, in der Akteure aus Wirtschaft, Politik, dem Umweltschutz, den Schulen, dem Vereinsleben sowie anderweitig engagierte Bürgerinnen und Bürger sitzen. Und er möchte neue Projekte initiieren. Haben Sie, liebe Pullacherinnen und Pullacher, Ideen oder Vorschläge zum Thema Nachhaltigkeit? Dann melden Sie sich gern unter Telefon 744 744-83 bei ihm oder schicken ihm eine Mail an lkneissl@pullach.de. Er freut sich auf Ihre Anregungen.  

Während der Stadtradeln-Wochen wird sein Kilometerstand vermutlich weit über meinem liegen. Eine überzeugte Stadtradlerin bin ich aber allemal, auch wenn ich für die längeren Strecken gern mein E-Bike benutze.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin

28. Juni 2018