Nachruf auf den Pullacher Bildhauer Hubertus von Pilgrim

Professor Hubertus von Pilgrim verstarb am Neujahrstag in Pullach. Er wurde am 24. August 1931 in Berlin geboren. Als Bildhauer und Hochschullehrer war er im In- und Ausland bekannt und berühmt und prägte sein Fach mit bedeutenden Arbeiten, die tief in das Bewusstsein der deutschen Nachkriegsgesellschaft einwirkten.

Hubertus von Pilgrim im Jahr 2016, Foto: Gemeinde Pullach

Die berühmte Büste Adenauers vor dem Palais Schaumburg in Bonn ist ein bekanntes Beispiel dafür. Seine bildhauerischen Aufarbeitungen von Gräueltaten des NS-Staates an Verfolgten und Entrechteten haben für uns heute höchste Bedeutung: die Skulpturenreihe zum Todesmarsch vom Konzentrationslager Dachau nach Waakirchen, die ab 1989 an 20 Orten aufgestellt wurde und zudem in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu sehen ist oder seine Arbeiten an der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau sind wichtige Belege dafür.

Auch in Pullach hat Hubertus von Pilgrim beeindruckende Spuren hinterlassen, genannt seien: die „Läufergruppe“ vor dem Haus am Wiesenweg, der Jakobus in der evangelischen Kirche, der Brunnen in der Siedlung an der Wurzelseppstraße und der bronzene Löwenkopf im Rathaus vor dem Sitzungssaal.

Hubertus von Pilgrim war Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (1963 – 1977), berufen seinerzeit als jüngster Akademieprofessor Deutschlands, und an der Akademie der Bildenden Künste in München (1977 – 1995). Er wurde 1995 in den Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen und war von 2009 bis 2013 dessen Vizekanzler. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes (1997) und des Bayerischen Verdienstordens (2005).

Die Gemeinde Pullach wird ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.