Radverkehrskonzept Pullach

Mehr Lebensqualität, gesünder, sicherer und nutzbar für alle, auch so könnte man das Radverkehrskonzept der Gemeinde zusammenfassen, das der Gemeinderat am 21.10.2025 beschloss. Tatsächlich sind die Anforderungen natürlich sehr viel breiter:

  • Pullach streb die Auszeichnung der Staatsregierung als „Fahrradfreundliche Gemeinde“ an
  • Der Anteil des Radverkehrs soll steigen
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit
  • Reduzierung von Emissionen (Lärm, Abgase, etc.)
  • Flächensparsamkeit und Entsiegelung entsprechend des Pullacher Präventionskonzeptes zum Umgang mit den unvermeidlichen Folgen des Klimawandels
  • Langfristig Senkung der Infrastrukturkosten (Straßen, Parkierungsanlagen, etc.)
  • Mobilität für alle Personen- und Altersgruppen (Kinder, Senioren, Menschen ohne Führerschein etc.)
  • Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel (Wertschätzung, Selbstverständlichkeit etc.)
  • Direkte und möglichst umwegfreie Verbindungen auf den Hauptrouten, die zügiges, sicheres Vorwärtskommen ermöglichen
  • Möglichst direkte Anbindung und Verbindung der wichtigen Ziele (z.B. Bahnhöfe, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten)
  • Hohe Leistungsfähigkeit der Hauptrouten mit Möglichkeiten zum Überholen, Begegnen und nebeneinander Fahren (Komfortmaße der Regelbreiten)

Das beauftragte Planungsbüro Stadt Land Verkehr hat dazu eine ausführlichen Auswertung zum aktuellen Stand der Radnutzung und der vorhandenen Infrastruktur erstellt.

Radverkehrsaufkommen in Pullach, Stand 2025
Hauptstrecken des Radverkehr in Pullach, Stand 2024 mit Anzahl der Nutzungen pro Tag

Auf dieser Basis wurdn in vielen Workshops gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Fachstellen sowie Bürgerinnen und Bürgern über ein Jahr lang detaillierte Ziele und Maßnahmenvorschläge für das Jahr 2035 erarbeitet. Um die Umsetzung der Ziele leicht nachverfolgen zu können sind diese „SMART“, also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert:

SMARTe Ziele zum Radverkehr bis 2035

  • Der Anteil des Radverkehrs soll um über 50% steigen (von heute 16% auf 25% in 2035)
  • Umsetzung der „Vision Zero“ (keine Toten oder Schwerverletzten im Straßenverkehr)
  • Ausbau des Radverkehrsnetzes auf ca. 12 km
  • Erhöhung der Anzahl bzw. Ausbau von Verleih- und Servicestationen sowie Lademöglichkeiten um/auf je mindestens 3
  • Mehr komfortable und sichere Abstellanlagen (dazu mindestens die 13 mangelhaften Bestandsanlagen ersetzen)
  • Fortsetzung der Förderung von aktiver Mobilität (zu Fuß und per Rad) als Teil der gemeindlichen Gesundheitsstrategie (Klimaschutzförderprogramm, Teilnahme Stadtradeln)

Um diese anspruchsvollen Ziele erreichen zu können wurde ein Wegenetz entwickelt, das die wichtigsten Start- und Zielpunkte in Pullach verbindet:

Wegenetz für den Radverkehr der Zukunft in Pullach und Darstellung wo dazu welche Maßnahmen nötig sind.
Zukünftiges Radverkehrsnetz Pullach mit notwendige Maßnahmen

Für die 3 Haupt-Längsrouten und die 5 wichtigsten Querrouten beschreibt das Radverkehrskonzept insgesamt 55 Maßnahmen die nach Wirksamkeit zur Erreichung der Ziele priorisiert wurden. Die Verwaltung ist nun beauftragt die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen schrittweise vorzubereiten und dem Gemeinderat dann jeweils zum Beschluss vorzulegen. Die nächsten Jahre bleiben also arbeitsam und spannend.