Der Neujahrsempfang der Gemeinde Pullach fand in diesem Jahr leider ohne die persönliche Anwesenheit der Ersten Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund statt. Sie musste ihre Teilnahme kurzfristig verletzungsbedingt absagen. Die Leitung des Abends übernahm der Zweite Bürgermeister Dr. Andreas Most, der durch das Programm führte und die Gäste im Bürgerhaus begrüßte. Nach seinen einleitenden Worten sprach stellvertretend für die beiden Kirchengemeinden der katholische Pfarrer Wolfgang Fluck.

Über 500 Gäste versammelten sich im Bürgerhaus, um beim Neujahrsempfang der Gemeinde Pullach das neue Jahr willkommen zu heißen. Zugleich stand die Würdigung des ehrenamtlichen Einsatzes im Ort im Fokus. Für ihr langjähriges Engagement wurden und Heidi Tschermak, Elke Harbeck und Florian Oesterreicher mit der Pullacher Ehrennadel in Gold geehrt.
Die für den Abend vorbereitete Neujahrsansprache der Ersten Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund sowie die drei Laudationes stehen hier zum Nachlesen zur Verfügung.

Neujahrsansprache der Ersten Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund
Liebe Festgäste,
ich möchte den Blick nach vorne richten – und zugleich auf das Fundament unseres Zusammenlebens schauen: unsere Demokratie.
Ein besonderes Jubiläum begleitet uns in diesem Jahr: 80 Jahre Bayerische Verfassung. Sie wurde am 1. Dezember 1946, nach der Vorarbeit insbesondere von Wilhelm Hoegner, in einem Volksentscheid von über 70 Prozent der Bevölkerung angenommen – ein starkes Votum nach den Schrecken der NS-Diktatur.
Der Weg von autoritärer Herrschaft hin zu Demokratie, Gewaltenteilung und Grundrechten war ein gewaltiger Schritt, der gelernt und gelebt werden musste. Die Bayerische Verfassung setzte Maßstäbe: Staatsaufbau von unten nach oben, freie, gleiche und geheime Wahlen, kommunale Selbstverwaltung, Volksentscheide, Petitionsrecht und Popularklage.
Seit dem 8. Dezember 1946 ist sie gültig – und damit knapp 2,5 Jahre älter als das Grundgesetz. Sie bildet bis heute die Grundlage unserer kommunalen Selbstverwaltung, also der Eigenständigkeit der Städte und Gemeinden in allen Fragen der örtlichen Gemeinschaft.
Demokratie wirkt vor Ort. In unseren Gemeinden entscheidet sich, wie sie tatsächlich erlebt wird – nicht abstrakt, sondern ganz konkret: in Schulen und Kindertagesstätten, auf Straßen und Plätzen, in Wohnquartieren, in Kultur- und Sozialeinrichtungen. Hier zeigt sich, ob politische Entscheidungen angenommen werden und ob Menschen sich gehört fühlen. Demokratie wird dort greifbar, wo sie den Alltag der Menschen berührt – von der Wiege bis zur Bahre.
Demokratie wird von den Menschen gestaltet, die sich für die kommunalen Ämter zur Verfügung stellen und gewählt werden. Genau daraus erwächst Verantwortung. Die Bayerische Verfassung beschränkt sich nicht auf demokratische Verfahren, sie verpflichtet ausdrücklich zur Daseinsvorsorge.
Sie formuliert beispielsweise den Anspruch auf angemessenen Wohnraum und nimmt den Staat und die Gemeinden beim Bau günstiger Wohnungen in die Pflicht, damals als „billige Volkswohnungen“ bezeichnet. Dieser Aufgabe werden wir durch den Bestand und Neubaumaßnahmen der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und der Gemeinde gerecht, auch wenn der Wohnungsdruck weiterhin erheblich ist. Aktuell entstehen weitere Wohnungen sowie eine Tagespflege, die wir dringend benötigen.
Manche Formulierungen der Verfassung wirken heute aus der Zeit gefallen – etwa der Satz: „Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes.“ Auch wenn der Wortlaut nicht mehr zeitgemäß ist, bleibt die Botschaft richtig: Kinder sind unsere Zukunft. Mit dem neuen Jugendhaus, der Sanierung und Erweiterung der Grundschule, überarbeiteten Spielplätzen, einem neuen Hort und einer neuen Kindertagesstätte investieren wir ganz bewusst in diese Zukunft.
Auch der Auftrag zur Energieversorgung ist verfassungsrechtlich verankert. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind hinzugekommen. Mit unserer Geothermie, dem Stromnetz in kommunaler Hand, zahlreichen PV-Anlagen und bald auch der Windkraft sind wir hier gut aufgestellt.
All diese Zukunftsinvestitionen setzen eine gute Finanzausstattung voraus. Wir können uns glücklich schätzen, dass Pullach finanziell sehr gut und solide dasteht. In vielen Gemeinden sieht das ganz anders aus. Die Bayerische Verfassung nimmt den Freistaat eigentlich in die Pflicht, die Gemeinden in die Lage zu versetzen, ihre Aufgaben eigenständig erledigen zu können.
Später wurde noch das Konnexitätsprinzip aufgenommen, also „Wer anschafft, muss auch zahlen“. An der Formulierung dieser Verfassungsänderung durfte ich in meiner Landtagszeit mitwirken, da bin ich heute noch ein bisschen stolz drauf. In der Realität wird um die Finanzierung der Kommunen allerdings immer wieder gerungen. In der Regel reichen die Mittel des Freistaats für die Kommunen nicht aus, um den immer wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Wir können diese Lücke zum Glück aus eigener Kraft auffangen.
Die Gemeinden sind Sicherheitsbehörden. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr können wir diesen Verfassungsauftrag erfüllen. Das Weltgeschehen wirkt zunehmend auch auf unsere Gemeinde. Vorsorge für Krisenlagen wie Blackouts und Anschläge sowie der Schutz der kritischen Infrastruktur gehören inzwischen ebenso dazu wie Solidarität. Seit fast vier Jahren leiden unsere ukrainischen Partner unter dem russischen Angriffskrieg. Wir unterstützen, wo immer wir können.
Nicht alles liegt in unserer Zuständigkeit – wenn nötig, greifen wir manches dennoch auf. Ein Beispiel ist die S-Bahn. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir die Zustände nicht weiter tolerieren können. Daher haben wir Brandbriefe an die Verantwortlichen verfasst. Sie haben gute mediale Wirkung erzielt, die Antwort der Bahn war aber so ernüchternd wie erwartet: Verharmlosungen, Rechtfertigungen und Vertröstungen auf unbestimmte Zeit. Wir brauchen aber eine schnelle Verbesserung für die Bürgerinnen und Bürger! Daher bleiben wir dran.
Die Bayerische Verfassung garantiert auch die direkte Wahl der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Gemeinderätinnen und -räte. Damit richtet sich unser Blick auf die Kommunalwahl am 8. März 2026. Sie entscheidet darüber, wer unsere Gemeinde in den kommenden sechs Jahren gestalten wird.
Die Wahl ist für jede Bürgerin und jeden Bürger die Möglichkeit, sich einzubringen. Unsere Demokratie bietet großen Gestaltungsspielraum. Sie ist nicht selbstverständlich und muss gelebt und Tag für Tag verteidigt werden.
Konrad Adenauer sagte einmal: „Demokratie lebt vom Mitmachen – nicht vom Zuschauen.“ Machen Sie daher von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Jede Stimme zählt!
Unsere gemeinsame Aufgabe – der demokratischen Kräfte, unabhängig von der jeweiligen Couleur – ist es, die hohe Lebensqualität in Pullach zu sichern und gleichzeitig mutig voranzugehen bei allen Herausforderungen, bei Bildung, Infrastruktur, lokaler Wirtschaft, Kultur, Ehrenamt, Klimaschutz, gesellschaftlichem Miteinander und sozialer Teilhabe.
Ohne das Engagement der vielen Ehrenamtlichen in Politik und Gesellschaft wäre unsere Gemeinde nicht das, was sie ist: Ein Ort, an dem man sich wohl und zu Hause fühlt, an dem Ideen wachsen, an dem Zuversicht, Zusammenhalt und Menschlichkeit die Grundlage für jedes neue Jahr bilden.
Herzliche Grüße
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin
Ehrungen

Laudatio der Dritten Bürgermeisterin Conny Zechmeister für Heidi Tschermak
Es gibt Menschen, die durch ihre Art ein Stück Heimat schaffen – Menschen, die Gemeinschaft formen, ohne es je zu müssen, und die Herz und Seele eines Vereins sind. Eine solche Frau ist unsere liebe Heidi Tschermak.
Wenn man an den Trachtenverein D’Hochleitner Pullach denkt, fällt vielen sofort dein Name ein, Heidi. Denn du warst vom ersten Tag an dabei, als sich am 16. Oktober 1986 die Hochleitner gegründet haben – Gründungsmitglied, Herzblut-Trachtlerin, Ideengeberin und unermüdliche Macherin. Auch ohne in Bayern geboren zu sein, lebst du das Bayerische mit einer Selbstverständlichkeit, als wär’s dir in die Wiege gelegt worden. Du bist mit Leib und Seele Trachtlerin – und das spürt jeder, der dir begegnet.

32 Jahre lang, von 1987 bis 2019, warst du Schriftführerin – hast akribisch jedes Vereinsjahr festgehalten, Sitzungen protokolliert, Briefe geschrieben und Chroniken geführt. Und während andere sich erholten, hast du gleich noch ein zweites Amt übernommen: 25 Jahre Jugendleiterin. Du hast Kindern beigebracht, was Brauchtum bedeutet – nicht nur durch Worte, sondern durch dein Handeln. Du hast sie ermutigt, gelacht, getröstet, an die Hand genommen – und damit eine ganze Generation geprägt. Und auch als du 2013 den Posten der 1. Jugendleiterin abgegeben hast, warst du weiter da, als 2. Jugendleiterin, mit Erfahrung und Herz, als Ratgeberin, als Freundin. Für diese Treue und Ausdauer hast du zahlreiche Ehrungen bekommen – Goldene Zeichen, Medaillen, Urkunden. Aber die größte Auszeichnung, Heidi, das sind die Menschen, die dank dir Freude am Trachtentum gefunden haben.
Wer dich kennt, weiß: Du bist kreativ und fleißig bis in die Fingerspitzen. Fast 40 Jahre hast du die Trachten genäht, die Vereinsstrümpfe gestrickt, die gelb-schwarzen Krawatten gehäkelt, die unverwechselbar nur D’Hochleitner tragen. Sie sind das Markenzeichen – genauso wie dein Lächeln beim Begrüßen und dein aufmerksames Zuhören. Selbst über den großen Teich hinaus kennt man deinen Namen – vom Gauverband Nordamerika bis zu den Weltmeisterschaften. Denn auch dort hast du nicht nur mitgetanzt, sondern begeistert – ja sogar Weltmeistertitel beim Deandldrahn und den begehrten Bayerischen Löwen erspielt. Eine Leistung, die du aber nie hervorgehoben hast, weil du einfach bist, wie du bist: bescheiden, herzlich und immer für andere da.
Egal ob Pfarrfest, Bürgerfest, Maiandacht oder Seniorenwiesn – du bist da, seit Jahrzehnten, verlässlich, warmherzig und engagiert. Wo du bist, Heidi, da ist Leben, Zuversicht und Zusammenhalt. Du hast nie viele Worte gebraucht, um zu zeigen, was dir wichtig ist. Du hast’s einfach getan. 2006, beim 20-jährigen Jubiläum, wurdest du Fahnenmutter – eine Rolle, die man nicht einfach „übernimmt“, sondern verkörpert. Und gemeinsam mit deinem Peter, dem unvergessenen Vorstand, warst du das Herzpaar der Hochleitner. Nach seinem Tod hast du den Verein mit ruhiger Stärke und deiner ehrlichen Art weitergetragen – und damit uns allen gezeigt, was Liebe und Verbundenheit bedeuten.
Liebe Heidi, heute möchten wir dir danken – von Herzen, aus tiefstem Respekt und großer Zuneigung. Du bist Vorbild, Freundin, Mentorin und für viele von uns ein Stück Familie. Du hast den Verein geprägt, wie kaum jemand sonst.
Darum freuen wir uns, dass du heute für dein ehrenamtliches Engagement im Verein und somit auch für Pullach mit der Ehrennadel der Gemeinde Pullach geehrt wirst – eine Auszeichnung, die deinen Einsatz und deine Lebensleistung würdigt. Du hast sie dir wahrlich verdient.
Diese Auszeichnung ist mehr als ein Zeichen für jahrelange Arbeit – sie ist ein Symbol für deine Güte, deine Tatkraft und deine Liebe, die du allen geschenkt hast. Liebe Heidi, bleib bitte genau so, wie du bist – echt, ehrlich, fleißig und voller Herz. Vergelt’s Gott, liebe Heidi – von ganzem Herzen!
Laudatio des weiteren stellvertretenden Bürgermeisters Holger Ptacek für Elke Harbeck
Elke Harbeck ist mit der Gemeinde Pullach verwoben wie nur wenig andere. Als junges Mädchen hierhergekommen, hat sie ihre berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung im Rathaus begonnen. Gefördert von Hr. Bürgermeister Seidl absolvierte sie viele Kurse der Bayerischen Verwaltungsschule und war seinerzeit die jüngste Standesbeamtin Bayerns.
Nach einem Intermezzo beim Kreisjugendring holte Hr. Bürgermeister Weber sie wieder ins Rathaus zurück, wo sie den Grundstein für die Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit legte. Als persönliche Referentin des Bürgermeisters war sie bei vielen wichtigen Angelegenheiten involviert und saß – nur ein Beispiel – mit im Flugzeug, als 1990 die Pullacher Delegation in die Ukraine flog, um die Partnerschaft mit Baryschiwka und Beresan zu beginnen. Bis 2007 organisierte sie gemeinsam mit Renate Seidl die Kinderbesuche.

Auch der evangelischen Gemeinde ist sie seit ihrer Konfirmation 1964 treu verbunden. Als 1974 von Hr. Pfarrer Schaffer „Essen auf Rädern“ organisiert und ein Jahr später dafür der Diakonieverein ins Leben gerufen wurde, war es für Elke Harbeck selbstverständlich, dass sie ihre Hilfe anbot. Seit 50 Jahren leistet sie dort ehrenamtliche Arbeit zugunsten hilfsbedürftiger Menschen. Seit 2014, also auch schon seit über zehn Jahren, ist sie im Vorstand des Diakonievereins, aktuell stellvertretende Vorsitzende und – wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß – macht sie sich gerade Gedanken, wie die Öffentlichkeitsarbeit dort verbessert werden kann.
Durch die Einblicke, die ihr das Berufsleben und das Engagement in der evangelischen Kirche bescherte, wusste sie ganz gut um die Bedürfnisse gerade der älteren Pullacherinnen und Pullacher. Als sie 2007 davon Wind bekam, dass sich in Sauerlach eine „Freizeitbörse“ gegründet hatte, war sie zuerst neugierig und nachdem sie herausfand, was es damit auf sich hatte, war sie Feuer und Flamme. Für die, die es nicht wissen: Die Freizeitbörse ist ein offener, zwangloser und in jeder Beziehung freiwilliger Zusammenschluss von Menschen, die ihre Freizeit gerne in Gesellschaft verbringen möchten. Sie ist damit ein hervorragendes Mittel, um älteren Menschen Anschluss und Kontakte zu ermöglichen.
Die zweiwöchentlichen Treffen und die gemeinsamen Ausflüge und Aktivitäten stiften Freundschaften und vermitteln Lebensfreude, beugen Einsamkeit und Schwermut vor, wie sie sich nach dem Wegfall der beruflichen Tätigkeit, einem Umzug an einen fremden Ort oder vielleicht sogar nach dem Tod von Partnerin, Partner, Familienmitgliedern oder Freunden leicht einstellen können. Elke Harbeck hat mit ihrem Mann Hans 2007 die Pullacher Freizeitbörse gegründet. Nach kurzer Zeit hatte sich ein Kreis von rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefunden. Dreizehn Jahre lang waren die beiden der Kreismittelpunkt und haben in dieser Zeit etliche Reisen, z. B. nach Hamburg oder Wien organisiert, von der Hotelbuchung bis zur Programmplanung und der Reiseführung. Die von Hans und Elke herausgehandelten Mengenrabatte kamen vollständig den 30 bis 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugute, sodass sich auch Menschen mit einem schmaleren Geldbeutel diese Reisen gut leisten konnten.
Es ist mir also schleierhaft, wie Elke Harbeck 2006 auch noch die Zeit fand, an einem Theaterkurs der vhs teilzunehmen. Sie gehörte zum Ensemble des ersten von Theater PUR aufgeführten Stücks: „Die Kriegsberichterstatterin“. Dort rauchte sich die Nichtraucherin Elke Harbeck als Claudia Kanopke den Hass von der Seele. Ein Jahr später schon versetze sie in „Altes Eisen“ als verhärmte Rollstuhlfahrerin ihren Schmuck, um einen Raubzug zu finanzieren. In „Die Vögel“ schwang sie als Göttin Hera ein goldenes Nudelholz. Sie brillierte als verkrachte Schauspielerin und verschollene spanische Prinzessin. Sie wurde von einem unsichtbaren Hasen in den Wahnsinn getrieben und intrigierte als ex-sowjetische Ministerin gegen Dissidenten. Sie war in „Frauen 5 vor 12“ die sterbende Patriarchin ihrer Familie und in „Auch Engel machen Fehler“ stand sie vor der schwierigen Frage, wie es kurz nach dem Ableben weitergehen soll.
Zwischen 2008 und 2024 spielte sie zehn Rollen in 70 Vorstellungen. Und nicht selten hat sie in der arbeitsintensivsten Phase kurz vor der Premiere für Kasse, Einlass oder das Verteilen von Flyern Helferinnen und Helfer aus der Freizeitbörse organisiert und ihrem Regisseur nach Kräften den Rücken freigehalten.
Liebe Elke, im Namen der Gemeinde Pullach danke ich dir für 50 Jahre ehrenamtliche Arbeit. Für die Freude, die du in der Freizeitbörse gemeinsam mit Hans so vielen Menschen bereitet hast, weil du nie sagst: „Warum ich?“, sondern „Wo kann ich helfen?“ ist es mir eine große Ehre, dir heute Abend die Pullacher Ehrennadel zu überreichen.
Laudatio des Zweiten Bürgermeisters Dr. Andreas Most für Florian Oesterreicher
Florian Oesterreicher gehört zu den Persönlichkeiten, die sich über Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise und mit großer Verlässlichkeit für das Gemeinwohl in unserer Gemeinde einsetzen. Sein ehrenamtliches Engagement ist ebenso vielfältig wie nachhaltig und tief in Pullach, insbesondere im Ortsteil Großhesselohe, verwurzelt.
Seit 1976 war Herr Oesterreicher – mit wenigen Unterbrechungen – aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Pullach. Über viele Jahre hinweg leistete er dort Dienst bis zuletzt im Rang eines Oberlöschmeisters. Als Maschinist, insbesondere an der Drehleiter, trug er über Jahrzehnte große Verantwortung. Darüber hinaus brachte er sich im Feuerwehrverein als Schriftführer ein, zunächst als zweiter und zuletzt bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden mit Erreichen des 65. Geburtstags im Vorjahr als erster Schriftführer. Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurde er 2022 mit der Auszeichnung der Bayerischen Staatsregierung geehrt. Wer Florian Oesterreicher kennt, weiß: Wenn der Alarm kam, war auf ihn stets Verlass. Ein enger Wegbegleiter hat angedeutet, dass er nicht mal sicher sei, ob sein Piepser bei der eigenen Hochzeit ausgeschaltet war.

Nicht unerwähnt bleiben darf sein langjähriger Einsatz bei D’Schwanecker Rittersleit. Rund 15 Jahre lang brachte er dort seine handwerklichen Fähigkeiten ein. In seiner Werkstatt schuf er unter anderem den Thron des Herzogs, die Ritterbar und weitere kreative Ausstattungsstücke.
Ein weiteres zentrales Wirkungsfeld ist der Verein „Die Großhesseloher“. Als eines der zehn Gründungsmitglieder setzt er sich seit dem Jahr 2000 für die Belange der Bürgerinnen und Bürger sowie für den Erhalt und die Pflege des Ortsteils ein. Seit der Gründung wirkt er ohne Unterbrechung als Schriftführer im Vorstand. Mit Umsicht, guten Ideen und tatkräftigem Einsatz prägt er die Vereinsarbeit bis heute maßgeblich. Sein Haus ist dabei nicht selten Treffpunkt, verbunden mit herzlicher Gastfreundschaft.
Auch über die Gemeindegrenzen hinaus engagiert sich Florian Oesterreicher in vorbildlicher Weise. Als Gründungsmitglied des 2003 ins Leben gerufenen Lions Club München-Georgenstein unterstützt er seit mehr als zwei Jahrzehnten soziale Projekte. Mehrfach übernahm er dort das Präsidentenamt. Dazu war er zeitweise als Zonen-Chairman ein wichtiges Bindeglied zwischen den Clubs im Distrikt Bayern-Süd. Für seine langjährigen und überdurchschnittlichen Verdienste wurde er 2025 mit der höchsten Auszeichnung von Lions International, dem „Melvin Jones Fellow Award“, geehrt. Veranstaltungen wie das alljährliche Entenrennen am Isarkanal stehen exemplarisch für sein Engagement, bei dem Geselligkeit und Hilfe für andere Hand in Hand gehen.
Lieber Florian, dein Wirken zeigt eindrucksvoll, was ehrenamtlicher Einsatz bewirken kann: Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit der Gemeinschaft. Für dieses außergewöhnliche Engagement danken wir dir von Herzen und sprechen dir mit der Pullacher Ehrennadel unsere große Anerkennung aus.
Den Bürgerbrief zum Neujahrsempfang finden Sie hier, den Nachbericht zum Neujahrsempfang können Sie hier nachlesen.
21.01.2026
