Vergangenen Mittwoch stellte ein festlicher Abend im August-Everding-Saal in Grünwald die kulturelle Vielfalt des Landkreises München eindrucksvoll in den Mittelpunkt. Bei der Verleihung des Kulturpreises 2025 sowie des Kulturförderpreises durfte sich Pullach ganz besonders freuen: Sowohl „Die kleinste Bühne der Welt“ als auch der Heimat- und Trachtenverein „D’Hochleitner Pullach e. V.“ wurden ausgezeichnet und damit zwei der insgesamt drei Preise nach Pullach vergeben.
Bereits im Herbst 2025 war die Entscheidung der Jury bekanntgegeben worden und sorgte in Pullach für große Freude. Umso feierlicher war nun die offizielle Verleihung der Preise durch Landrat Christoph Göbel.
Mit dem Kulturpreis 2025 wurde „Die kleinste Bühne der Welt“ geehrt, eine Auszeichnung, die die besondere künstlerische Kraft und die inspirierende Arbeit der Gruppe würdigt. Die beiden Köpfe des Ensembles, Hedwig Rost und Jörg Baesecke, zeigten sich schon bei der Bekanntgabe dankbar und bewegt: „Mit solch einer Auszeichnung geht natürlich erstmal ein Scheinwerfer an, das schafft Sichtbarkeit und Anerkennung. Dafür sind wir dankbar […]. Vielleicht weckt der Preis doch ein wenig Neugierde auf unsere Arbeit. Das würde uns freuen!“

In der Begründung der Jury hieß es:
„Die Kleinste Bühne der Welt verbindet seit vielen Jahren künstlerische Originalität mit kultureller Bildung. Ihre Eigenproduktionen im Figuren- und Objekttheater zeichnen sich durch Fantasie, Tiefgang und eine außergewöhnliche Nähe zum Publikum aus. Mit einfachen Mitteln und großer Kreativität schaffen sie intensive, dialogische Theatererlebnisse für Kinder, Familien und Erwachsene.
Sie fördern aktiv das Erzählen und Erfinden von Geschichten als lebendige Kulturpraxis und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Weiterentwicklung des kulturellen Erbes. Ihre Arbeiten regen zum Mitdenken, Fühlen und Teilnehmen an, sie machen aus Zuschauenden Mitgestaltende. Durch ihre künstlerische Qualität, ihren Bildungsanspruch und ihre Menschenfreundlichkeit ist die Kleinste Bühne der Welt eine Botschafterin der Kultur im besten Sinne.“
Ebenso große Freude herrschte beim Heimat- und Trachtenverein D’ Hochleitner Pullach e. V., der mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet wurde. Vorsitzender Andreas Tschermak brachte es bei der Bekanntgabe auf den Punkt: Man freue sich „ganz narrisch“ und er betonte: „Es ehrt uns sehr, als einer von ganz vielen Vereinen im Landkreis München diese junge Auszeichnung erhalten zu haben. Der Landkreis hat damit die Wichtigkeit der Weitergabe unserer Volkskultur unterstrichen und das motiviert und bestärkt uns, mit voller Kraft so weiterzumachen, wie wir es bisher getan haben – gerade in Hinblick auf unser großes Fest nächstes Jahr.“

Die Jury begründete ihre Entscheidung so:
„Der Heimat- und Trachtenverein verbindet seit vielen Jahren tänzerische Höchstleistungen mit gelebter Kulturpflege. Als fünffacher Weltmeister im „Schuhplatteln und Dirndldrahn“ repräsentiert er bayerisches Brauchtum auf höchstem Niveau und trägt es mit Stolz und Authentizität in die Welt hinaus.
Mit großem Engagement fördert der Verein den Erhalt von Tradition, Tracht und Volksmusik und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität des Landkreises München. Besonders hervorzuheben ist die intensive Jugendarbeit, durch die Kinder und Jugendliche an Werte, Gemeinschaft und die Freude am bayerischen Kulturerbe herangeführt werden. So verbindet der Heimat- und Trachtenverein Spitzenkultur mit verantwortungsvollem Engagement für kommende Generationen.“
Ein besonderer Höhepunkt steht dem Verein aber noch bevor: Im Rahmen der Veranstaltung „Pullach feiert“ finden vom 16. bis 19. Juli 2026 die Heim-Weltmeisterschaften im „Schuhplatteln und Dirndldrahn“ statt. Ein Ereignis, auf das sich nicht nur die Mitglieder freuen, sondern die gesamte Gemeinde.
Mit einem Zitat von Oscar Wilde fand Landrat Christoph Göbel einen treffenden Abschluss für den Abend: „Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ Zugleich dankte er den 29 Städten und Gemeinden für ihr großes Engagement in der Kulturförderung. Der Kulturpreis leiste einen wichtigen Beitrag, das außergewöhnliche kulturelle Potenzial des Landkreises sichtbar zu machen und zu stärken. „Unsere Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie lebendig, vielfältig und verbindend Kultur im Landkreis München ist und stehen Pate für alle, die ausgezeichnete Kultur schaffen“, so Göbel.
Für unsere Gemeinde ist diese doppelte Auszeichnung ein besonderer Moment des Stolzes und der Freude. „Ich gratuliere unseren Preisträgern von ganzem Herzen zu dieser wohlverdienten Ehrung“, so unsere Erste Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, die an der Ehrungsveranstaltung teilgenommen hat.
29.04.2026
