Gemeinderatssitzung vom 27. Januar: Fortschritt für Kita-Bauprojekt in der Kreuzeckstraße 21

Mit mehreren Gemeinderatsbeschlüssen ist die Errichtung einer Kindertagesstätte in der Kreuzeckstraße 21 in der Sitzung am 27. Januar auf den Weg gebracht worden. Eine gute Nachricht für alle Familien im Ort, denn damit zeichnet sich eine dauerhafte Lösung für das seit Jahren nicht ausreichende Angebot an Kinderbetreuungsplätzen in Pullach ab.

In der Sitzung hat der Gemeinderat zunächst der Vorentwurfsplanung des Architekturbüros Hrycyk Architekten für den entsprechenden Neubau der Einrichtung zugestimmt. Zur Realisierung des Neubauprojekts wurde die Verwaltung mit einem weiteren Beschluss beauftragt, einen Generalübernehmervertrag mit der Baugesellschaft München-Land abzuschließen.

Ebenfalls per Beschluss vorangebracht wurde die erforderliche 13. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1 „Großhesselohe“ für das Anwesen Kreuzeckstraße 21. Nach einer erneuten öffentlichen Auslegung ist im nächsten Schritt der entsprechende Satzungsbeschluss im Gemeinderat vorgesehen.

Neue Kinderbetreuungsplätze sind Pflicht

Im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge gehört die Kinderbetreuung zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde. Um diese in Pullach dauerhaft zu gewährleisten, ist eine mittelfristige Schaffung von neuen Kinderbetreuungsplätzen im Vorschulbereich vor Ort dringend notwendig. Der Bedarf wurde in der Gemeinderatssitzung am 23. September 2025 anhand einer Studie des SAGS-Instituts dargelegt.

Weiterhin spielt dabei die hohe Abhängigkeit von Einrichtungen außerhalb der Gemeinde, in denen momentan über 50 Pullacher Kinder untergebracht sind, eine wichtige Rolle. Ohne die Unterstützung externer Einrichtungen wäre die Kinderbetreuung in Pullach nicht gewährleistet.

Ein weiterer Aspekt ist die erforderliche Sanierung bzw. Erneuerung der Mäuseburg. Hier sind aktuell vier Gruppen untergebracht – zwei davon in Containern, die als Übergangslösung angedacht waren, mittlerweile aber seit über 15 Jahren mit einer befristeten Genehmigung in Betrieb sind.

Schließung von St. Gabriel verschärfte angespannte Lage

Die ohnehin angespannte Betreuungssituation hat sich mittlerweile zusätzlich verschärft, da das Kinderhaus St. Gabriel seinen Betrieb als Pullacher Einrichtung zum Ende des laufenden Betreuungsjahres einstellen wird. Nach einer Reduzierung des dortigen Platzangebots von vier auf zwei Gruppen im Vorjahr fallen nun zum September 2026 weitere 25 Kindergartenplätze und zwölf Krippenplätze weg. Diese müssen kurzfristig und vorübergehend durch Unterbringung in Einrichtungen außerhalb Pullachs kompensiert werden.

Dank kurzer Bauzeit durch die Holzmodulbauweise kann die neue Kindertagesstätte in der Kreuzeckstraße 21 nach den aktuellen Planungen bereits im September 2027 in Betrieb gehen. Mittelfristig bietet die neue Einrichtung mit zwei Kindergarten- und zwei Kinderkrippen-Gruppen somit die Möglichkeit, den gesamten Wegfall der Plätze aus dem Kinderhaus St. Gabriel zumindest teilweise aufzufangen.

Nach erfolgter Rücksprache mit dem Träger AWO Bezirksverband Oberbayern können darüber hinaus die zwei Krippen-Gruppen aus den Containern der Mäuseburg für die Bauzeit eines neuen Gebäudes auf dem Gelände interimsweise ebenfalls in der neuen Einrichtung untergebracht werden. Durch die flexible Gestaltung des Gebäudes in der Kreuzeckstraße ist es zudem möglich, dass die Mäuseburg ihr Angebot an Krippenplätzen in diesem Interimsquartier auf vier Gruppen ausweitet.

Erhöhung des Platzangebots stärkt Pullachs Attraktivität als Wirtschaftsstandort

Die erforderliche dauerhafte Erhöhung der Kapazität an Kinderbetreuungsplätzen in Pullach wäre letztlich erst mit der Fertigstellung eines Neubaus der Mäuseburg erreicht. Neben der Unabhängigkeit von externen Einrichtungen könnte man dann voraussichtlich auch erstmals den zusätzlichen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen abdecken, den zahlreiche Angestellte von Pullacher Unternehmen haben. Dies würde nachhaltig die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Pullach stärken.

Die Gemeinde ist bei einem derartigen Projekt natürlich um größtmögliche Transparenz bemüht. So gibt es bereits seit Beginn der Planungen einen regelmäßigen und konstruktiven Austausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, viele davon wohnen in unmittelbarer Umgebung der Kreuzeckstraße in Großhesselohe. Auch im Rahmen der Gemeinderatssitzung hatte das Publikum wie gewohnt die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Sachverhalte zu klären. Die Möglichkeit wurde zu diesem Thema ausführlich in Anspruch genommen.

Verkehrsuntersuchung stützt neue Kita in der Kreuzeckstraße 

Ein wichtiges Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner bleibt die Veränderung der Verkehrssituation durch den Bring- und Abholverkehr der neuen Kita. Diesbezüglich hat die Verwaltung eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben, die von der Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr bei der Sitzung vorgestellt wurde. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die zu erwartende Verkehrsbelastung in der Kreuzeckstraße deutlich unter den empfohlenen Werten für eine Wohnstraße und eines Wohnwegs liegt. Ein großer Vorteil bleibt der nahe gelegene öffentliche P+R-Parkplatz, der ausreichende Parkmöglichkeiten bietet. Weitere Kapazitäten gibt es durch die Senkrechtparkplätze in der nördlichen Kreuzeckstraße.

Im Rahmen der Genehmigung der Vorplanung wurden auch auf die Kosten des Bauprojekts eingegangen. Diese liegen nach einer qualifizierten Kostenschätzung mit einem Sicherheitspuffer von 7 Prozent bei 7,5 Millionen Euro brutto. Bei dem zweigeschossigen Holzmodulbau mit untergeordnetem Dachgeschoss ist eine QNG-Zertifizierung (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) in Aussicht. Daher ist mit einem Zuschuss von bis zu 10 Prozent der förderfähigen Kosten zu rechnen.

29.01.2026