In der Gemeinderatssitzung am 23. September wurde die Studie für die geplante Kinderbetreuungseinrichtung in der Kreuzeckstraße 21 vorgestellt und beschlossen. André Schneider, Bereichsleiter Finanzen, erläuterte den Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen in Pullach. Die Kinderbetreuung als wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge fällt in seinen Zuständigkeitsbereich.
Der Betreuungsbedarf ist gerade im Bereich der Kinderkrippen seit Jahren ungebrochen groß. Hierbei spielt unter anderem die hohe Abhängigkeit von Einrichtungen außerhalb der Gemeinde, in denen momentan 30 Pullacher Kinder untergebracht sind, sowie die nötige Erneuerung der Mäuseburg-Gebäude an der Margarethenstraße eine Rolle. Ohne die Unterstützung externer Einrichtungen wäre die Kinderbetreuung in Pullach aktuell nicht gewährleistet.

Das beauftragte Architekturbüro Hrycyk Architekten stellte im Anschluss die Machbarkeitsstudie für die geplante Kindertagesstätte mit zwei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen vor. Auf dem Grundstück der Kreuzeckstraße 21 soll ein zweigeschossiges Gebäude in Holzmodulbauweise mit einem untergeordneten Dachgeschoss entstehen. Diese Bauweise bietet nicht nur eine nachhaltige Lösung aus ökologischen, wirtschaftlichen und gestalterischen Gründen, sondern auch ein gutes Raumklima für die Kinderbetreuung. Darüber hinaus ermöglicht die Vorfertigung von Holzelementen eine schnellere Montage und damit kürzere Bauzeiten.
Das Architekturbüro stellte auch den Terminplan vor, der einen Baubeginn für Mitte 2026 und eine Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2027 beinhaltet. Die Grobkostenschätzung liegt derzeit bei rund 6 Millionen Euro.

Bereits in der Gemeinderatssitzung am 8. April 2025 wurde das Baukonzept der Einrichtung zur Kenntnis genommen und als Grundlage für die Erstellung des Bebauungsplanentwurfes verwendet. Die genehmigte Machbarkeitsstudie dient nun als Basis für die 13. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1 „Großhesselohe“ für das Anwesen Kreuzeckstraße 21, die ebenfalls in der September-Sitzung beschlossen wurde. Dabei handelte es sich um den sog. Billigungsbeschluss für den Entwurf, der nun öffentlich ausgelegt wird. Mit den Stellungnahmen aus der Bevölkerung und von den „Trägern öffentlicher Belange“, also insbesondere der verschiedenen Behörden und sonstiger Stellen, wird sich der Gemeinderat nach Abschluss des Auslegungsverfahrens befassen.

Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung fand auf Initiative des Vereins „Die Großhesseloher“ eine Informationsveranstaltung zur geplanten Kinderbetreuungseinrichtung statt. Neben ca. 30 interessierten Bürgerinnen und Bürgern nahm daran eine fünfköpfige Delegation aus dem Rathaus teil, um Fragen zu beantworten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Mit dabei waren Pullachs Erste Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, die beiden Bereichsleiter André Schneider (Finanzen) und Markus Ludwig (Planen, Bauen und Umwelt), der Abteilungsleiter der Bauverwaltung Jürgen Weiß sowie Daniela Wimmer, die für Kinderbetreuung zuständig ist.
Die Anregungen aus diesem konstruktiven Termin werden bei den Planungen sorgfältig geprüft und berücksichtigt. Ein zentraler Aspekt gerade für Anwohnerinnen und Anwohner in unmittelbarer Umgebung ist die Veränderung der Verkehrssituation durch den Bring- und Abholverkehr zur und von der Kita. Der nahe gelegene öffentliche P+R-Parkplatz am Wöllner Platz ist hier ein großer Vorteil. Da es dort ausreichende Kapazitäten gibt, ist auf dem Grundstück selbst nur ein barrierefreier Stellplatz auf der nordöstlichen Ecke des Grundstücks vorgesehen, der ebenso für die Lieferanten der Einrichtung zur Verfügung steht.
Zusätzlicher Verkehr bis vor die Haustür soll erst gar nicht angelockt werden. Ziel ist, die angrenzenden Wohnstraßen nicht mit zusätzlichem Verkehr zu belasten. Deshalb sollen die Eltern mit ihren Kindern die letzten Meter bis zur Kita nicht mit dem Auto zurücklegen, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die Kita ist gut mit dem Fahrrad bzw. Lastenfahrrad zu erreichen und der öffentliche Parkplatz ist nur wenige Meter entfernt. Außerdem liegt die Einrichtung unmittelbar neben der S-Bahn-Station Großhesselohe. Um die neue Verkehrssituation des Quartiers rund um die Kreuzeckstraße angemessen und gesamtheitlich zu berücksichtigen, ist die Beauftragung eines externen Verkehrsplanungsbüros vorgesehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Kreuzeckstraße 21 wird derzeit von ukrainischen Familien bewohnt. Nachdem nun Planungssicherheit herrscht, gilt es jetzt, alternativen Wohnraum für diese Familien zu finden.
Gemeinde Pullach, 25.09.2025
