Bürgerbrief: Maßnahmen zum Hitzeschutz

Die erste Hitzewelle des Jahres mit mehreren aufeinanderfolgenden Tagen, in denen die Temperaturen weit über 30 Grad lagen, haben wir hinter uns – weitere werden folgen.

Die Gemeinde hat in Kooperation mit dem Landkreis München die Broschüre „Gut geschützt bei Hitze“ herausgebracht, die zusammen mit weiteren Informationen und Links zum Thema auf unserer Website abrufbar ist. Die darin enthaltenen Tipps möchte ich Ihnen ans Herz legen und in Erinnerung rufen:

  • Trinken Sie ausreichend – mindestens 2 bis 3 Liter täglich, am besten Wasser, Schorlen und Tee – und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung
  • Vermeiden Sie den Aufenthalt im Freien während der heißesten Stunden des Tages und halten Sie sich, wann immer möglich, im Schatten oder in kühlen Räumen auf
  • Tragen Sie leichte, helle und atmungsaktive Kleidung, die locker sitzt und nicht eng anliegt und schützen Sie Ihren Körper mit Sonnencreme und Kopfbedeckung
  • Lüften Sie nur morgens und abends, wenn die Außentemperatur noch unter der Innentemperatur liegt und lassen Sie Räume tagsüber abgedunkelt
  • Bei starker Atemnot, anhaltenden Kopfschmerzen oder Verwirrtheit rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder in Notfällen die 112 an

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hat die Gemeinde ein Präventionskonzept verabschiedet, bei dem auch die Themen Hitze und Trockenheit im Fokus stehen. Daraufhin gab es bereits erste Treffen mit verschiedenen Pullacher Institutionen, darunter Schulen, Betreuungseinrichtungen für Kinder und Senioren, Vereine und Apotheken. Neben dem wertvollen Austausch spielt hier auch die Sensibilisierung zum richtigen Verhalten bei hohen Temperaturen eine wichtige Rolle.

Sensibilisierung ist auch das richtige Stichwort für den Umgang miteinander. Daher an dieser Stelle ein direkter Appell an Sie: Achten Sie bitte gut auf Ihre Mitmenschen! Bestimmte Personengruppen wie Ältere, Kranke, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder können sich schlechter an hohe Temperaturen anpassen – zusätzlich besonders gefährdet sind alleinstehende Menschen, die im Alltag nicht viele Kontakte haben.

Genau hier setzt ein wichtiger Aufruf der Nachbarschaftshilfe an, für den ich ausdrücklich werben möchte. Gerade in den anstehenden Sommermonaten sind in Pullach dringend weitere Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht, die bei Hitzewellen einspringen können, um die ehrenamtlichen Kräfte zu entlasten und die wertvollen Begleit- und Fahrdienste aufrechtzuerhalten. Bereits einzelne Einsätze als „Hitzehelfer“ können sehr hilfreich sein. Wenn Sie Interesse und ein eigenes Fahrzeug haben, melden Sie sich bitte bei der Nachbarschaftshilfe: Telefon: 089 12092696, E-Mail: info@nbh-pullach.de.

In diesem Zusammenhang weise ich Sie auch auf das Angebot unserer Raben- und Schubertapotheke hin, die einen Lieferservice für Medikamente anbieten.

Eine wesentliche Aufgabe für uns als Gemeinde ist es, den öffentlichen Raum klimaangepasst zu gestalten. Dazu gehört unter anderem die Erweiterung des Netzwerks an öffentlichen Trinkwasserstellen. Zum Maifest im vergangenen Jahr haben wir den neuen Trinkwasserspender am Kirchplatz eingeweiht, der erst kürzlich beim Deutsch-Französischen Freundschaftsfest wieder sehr gefragt war.

Der Trinkwasserspender am Kirchplatz ist eine von fünf öffentlichen Trinkwasserstellen in Pullach, Foto: Gemeinde Pullach.

Insgesamt haben wir derzeit fünf öffentliche Trinkbrunnen in der Gemeinde, die gemeinsam mit kühlen Orten wie unserem Freizeitbad, Badeplätzen an der Isar, dem Forstenrieder Park und dem Isarwald, den schattigen Spielplätzen auf der Maibaumwiese und an der Gistlstraße oder der Charlotte-Dessecker-Bücherei auf einer interaktiven Karte des Landkreises München vermerkt sind. Das Schöne bei diesem Angebot: Alle können mitmachen und eigenständig weitere geeignete Orte eintragen. Die Karte ist auch in unserer Hitze-Broschüre aufgeführt.

In Pullach und Umgebung gibt es glücklicherweise einige kühle Orte, an denen es sich auch bei Hitze gut aushalten lässt, Quelle: mein-landkreis-muenchen.de.

Kommen wir noch zu unseren baulichen Maßnahmen, bei denen die Klimaanpassung ebenfalls eine immer wichtigere Rolle spielt. Das beste Beispiel dafür ist der momentan laufende Bau der Jugendfreizeitstätte. Das Gebäude selbst soll durch Verschattung und Lüftung auch ohne Klimaanlage kühl bleiben. Bei der Planung der Freiflächen wird an vielen Stellen das Schwammstadtprinzip berücksichtigt, um das Regenwasser optimal zu nutzen. So erhält die neue Sportanlage eine Zisterne für die Bewässerung. Darüber hinaus wird auf dem Gelände an vielen Stellen auf die Errichtung von schattigen Sitzmöglichkeiten geachtet.

Die Klimaanpassung und als Teil davon der Hitzeschutz sind akute Themen. Gleichzeitig sind es langfristige Prozesse, bei denen es für uns alle viel zu tun und zu lernen gibt. Mit dem Präventionskonzept und den ersten Umsetzungen haben wir in Pullach bereits den richtigen Weg eingeschlagen – wir werden ihn weitergehen, um uns für die Zukunft gut aufzustellen.

Mit den besten Grüßen
Christine Eisenmann
Erste Bürgermeisterin

30.06.2026