Am 21. März ist der Internationale Tag des Waldes. Er erinnert uns daran, wie wichtig Wälder für unser Leben sind – als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, als Erholungsraum für uns Menschen und als wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel.
Gerade hier in Pullach gehört der Wald für viele ganz selbstverständlich zum Alltag. Ein Spaziergang auf vertrauten Wegen, das Rascheln der Blätter oder der Duft feuchter Erde nach einem Regenschauer: all das macht die Natur des Isartals vor unserer Haustür so besonders.
Wer durch den Wald geht, merkt schnell: Hier gilt ein anderes Tempo. Bäume wachsen nicht in Monaten, sondern über Jahrzehnte. Ein Baum, den wir heute sehen, war vielleicht schon ein junger Trieb, als unsere Großeltern Kinder waren. Der Wald erinnert uns daran, wie langfristig Natur denkt. Deshalb haben Entscheidungen rund um den Wald eine besondere Bedeutung. Es geht nicht nur um das Hier und Jetzt. Es geht auch darum, welche Landschaften und Lebensräume wir kommenden Generationen hinterlassen.
Vor einigen Jahren hat sich unsere Gemeinde bewusst entschieden, in einem größeren Gebiet einen Naturwald entstehen zu lassen. Dort darf sich der Wald ohne forstliche Nutzung entwickeln. Bäume dürfen alt werden, umstürzen und liegen bleiben, neue Pflanzen wachsen nach. Ein Naturwald entsteht jedoch nicht über Nacht – seine Entwicklung dauert Jahrzehnte. Gerade darin liegt sein besonderer Wert.


Solche Entscheidungen erinnern uns daran, dass vieles, was wir heute auf den Weg bringen, seine Wirkung erst später entfaltet. Nicht alles lässt sich sofort messen. Manche Entwicklungen brauchen Zeit und das Vertrauen, dass langfristiges Denken sich auszahlt.
Während ein Naturwald langsam wächst, gibt es gleichzeitig Maßnahmen, mit denen wir die biologische Vielfalt schon heute sichtbar stärken können. Der Landkreis München stellt derzeit wieder kostenlos regionales Wildpflanzensaatgut zur Verfügung. Damit können Bürgerinnen und Bürger Blühflächen anlegen. Schon nach wenigen Wochen entstehen daraus artenreiche Wiesen, die Bienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten wertvolle Lebensräume bieten.
Wie wichtig solche Lebensräume sind, zeigt eine große Insektenkartierung im Projekt „NaturVielfalt Leben“. Auf 60 Flächen in 18 Gemeinden wurden über 2.100 Insektenarten nachgewiesen, darunter mehr als 100 Arten der Roten Liste. Besonders artenreich sind Landschaften, in denen verschiedene Lebensräume wie Waldränder, Wiesen und Streuobstwiesen zusammenkommen. Für die Untersuchung wurden 30 sogenannte Zielarten festgelegt. Sie dienen als Wegweiser für die Entwicklung der Artenvielfalt. Das Ergebnis für Pullach ist äußerst erfreulich: Mit neun Zielarten, also fast einem Drittel, hat unsere Gemeinde im gesamten Landkreis am besten abgeschnitten. Das zeigt, dass wir mit unserem Blühkonzept und der Umgestaltung von Grünflächen auf einem guten Weg sind. Gleichzeitig bleibt es wichtig, diese Flächen weiter miteinander zu vernetzen. Gerade die Saatgutaktion des Landkreises, die sich neben den Bürgerinnen und Bürgern unter anderem auch an Gemeinden richtet, leistet dazu einen wichtigen Beitrag. An der Blütenpracht auf vielen ausgewählten Flächen im Gemeindegebiet erkennen Sie den Erfolg.





Neben vielen kleineren Maßnahmen für mehr Artenvielfalt spielt Naturschutz auch bei großen Infrastrukturprojekten eine wichtige Rolle. Ein Beispiel dafür sind der Windpark im Forstenrieder Park und die Geothermie-Bohrungen „Pullach Süd“.
Für den Windpark im Forstenrieder Park wurden bereits im vergangenen Jahr in Baierbrunn 2,5 Hektar Fläche mit 7.100 Bäumen und 1.100 Sträuchern bepflanzt. Dadurch wird der Bannwald ökologisch aufgewertet und zusätzlicher Lebensraum für zahlreiche Tierarten geschaffen. Ergänzend wurden heimische Sträucher gepflanzt – insbesondere mit Blick auf die geschützte Haselmaus. Nach Fertigstellung der Anlagen wird auch die unmittelbare Umgebung der Standorte wieder aufgeforstet.
Ähnlich ist es rund um den Geothermie-Bohrplatz „Pullach Süd“. Auch hier wurden Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt: 1,2 Hektar Fläche in Baierbrunn und Wangen bei Starnberg wurden wieder aufgeforstet. Außerdem entstanden neue Lebensräume für verschiedene Tierarten, darunter die Zauneidechse.
Viele dieser Maßnahmen greifen ineinander. Die Natur zeigt uns dabei, dass beides zusammengehört: der lange Atem, den ein Wald braucht, und die vielen kleinen Schritte, mit denen wir unsere Umgebung Tag für Tag lebenswerter machen können. Manche Entscheidungen wirken erst mit der Zeit – andere entfalten ihre Wirkung schon jetzt Schritt für Schritt.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin
Saatgut für die biologische Vielfalt im Landkreis München
- Bestellfrist: bis 25. März 2026
- Bestellung & Infos: extern.pullach.de/saatgut26
- Ausgabe: 7.–9. April 2026
- Di & Do: 9:00–12:00 Uhr
- Mi: 13:00–16:00 Uhr
- Abholung nach vorheriger Absprache möglich
- Inhalt: regionale Wildpflanzen-Mischungen für Blühflächen, Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Insekten
- Kontakt bei Fragen: naturvielfalt-leben@lra-m.bayern.de
