Seit dem Jahr 2020 setzt die Gemeinde die Ziele des Projekts „NaturVielfalt Leben im Landkreis München“ sowie die Leitlinien des „Blühpakt Bayern“ konsequent um. Grundlage hierfür sind entsprechende Beschlüsse des Gemeinderats.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Maßnahmen sind die Blühflächen im Gemeindegebiet. Im Jahr 2019 beschloss der Gemeinderat die Anlage von rund 40.000 Quadratmetern besonders artenreicher Flächen im Ortsgebiet. Dieses Projekt entwickelt sich kontinuierlich weiter: Einzelne Flächen entfallen beispielsweise aufgrund von Baumaßnahmen, gleichzeitig kommen an anderer Stelle neue Flächen hinzu. Insgesamt umfasst das Projekt weiterhin die beschlossenen rund 40.000 Quadratmeter.




Mit den Blühflächen unterstützt die Gemeinde die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie auf kommunaler Ebene. Die über das Gemeindegebiet verteilten Flächen bilden ein Netzwerk wertvoller Lebensräume und sogenannter „Trittsteine“, die den Austausch von Pflanzenpopulationen fördern. Unterschiedliche Blüh- und Mahdzeitpunkte sorgen zudem über einen langen Zeitraum hinweg für ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten.
Der Aufbau artenreicher Blühflächen erfordert jedoch Geduld. Oft dauert es mehrere Jahre, bis sich stabile und dauerhaft artenreiche Pflanzengesellschaften entwickeln.
Geduld brauchen wir auch bei der Grünfläche vor dem Haus am Wiesenweg. Im Zuge der Neuanlage des Gemeinschafts- und Demenzgartens wurden Teile der Wiese und der dortigen Blühfläche beschädigt. Derzeit wird erarbeitet, mit welchen Maßnahmen diese Bereiche wieder aufgewertet werden können.
Der Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von Insekten wie Wildbienen, stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden im Gemeindegebiet regelmäßig ausgewählte Grünflächen ökologisch aufgewertet. Hierzu werden aktuell kleinflächig nährstoffreiche Bodenschichten abgetragen und durch mageres Substrat ersetzt, um die Voraussetzungen für artenreiche Vegetation zu verbessern.
Gleichzeitig müssen einige Grünflächen regelmäßiger gemäht werden. Dies betrifft beispielsweise das Birkenwäldchen gegenüber dem Rathaus. Die Fläche wird derzeit unter anderem für provisorische Fahrrad- und Scooterparkplätze der Grundschulkinder genutzt und dient zudem als sogenannter Sammelplatz. Auch der Grünstreifen an der Kreuzung Wolfratshauser Straße / Jaiserstraße wird künftig als Sammelplatz für Schulkinder benötigt, die aufgrund der Umbaumaßnahmen an der Grundschule vorübergehend extern unterrichtet werden. Solche Flächen müssen beispielsweise für den Fall eines Feueralarms jederzeit nutzbar sein.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gehört der gesamte Landkreis München – wie nahezu ganz Bayern – zu den FSME-Risikogebieten. Grünflächen, die regelmäßig insbesondere von Kindern genutzt werden, müssen daher auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten betrachtet und entsprechend gepflegt werden. Mit den Blühflächen und weiteren Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von Grünflächen schafft die Gemeinde wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Landkreis München stellt jährlich kostenlos Saatgut zur Verfügung, das während der Öffnungszeiten in der Umweltabteilung des Pullacher Rathauses gerne abgeholt werden kann. Unser Dank gilt also auch allen Bürgerinnen und Bürgern, die diese Maßnahmen auch auf ihren privaten Grundstücken unterstützen und damit zur Förderung der Artenvielfalt beitragen.
