Die Gemeinde betreibt eine vorausschauende und umsichtige Finanzplanung, die gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten dringend erforderlich ist.
Ganz überwiegend hängen die Einnahmen des Verwaltungshaushalts vom Bruttoaufkommen aus der Gewerbesteuer ab. Hier gehen wir stets von deutlich geringeren Gewerbesteuer-Einnahmen aus, als im Regelfall in der Gemeinde-Kasse eingehen. Gleichzeitig stellen wir die Mittel für höhere Ausgaben bereit, als tatsächlich realisiert werden. Trotz unserer vorsichtigen Planung ist in diesem Jahr ein Nachtragshaushalt erforderlich, der in der Gemeinderatssitzung vergangene Woche beschlossen wurde.
In Pullach haben wir eine Vielzahl an ortsansässigen Firmen aus diversen Branchen. Dennoch entfällt in unserer Gemeinde ein Großteil dieser Steuereinnahmen auf die zehn umsatzstärksten Unternehmen. Im Zeitraum von März bis Juni dieses Jahres erreichten uns Meldungen von drei dieser Gewerbesteuerzahler, wonach diese aus verschiedenen Gründen für das Haushaltsjahr 2025 keine Gewerbesteuerzahlung leisten werden und für bisher vorausgezahlte Gewerbesteuern der Jahre vor 2025 mitunter eine signifikante Rückzahlung erwarten.
Aus den Gesprächen mit den betroffenen Unternehmen hat sich ergeben, dass es sich dabei überwiegend um einmalige Effekte handelt, welche die Einnahmensituation von Pullach über das Haushaltsjahr 2026 hinaus voraussichtlich nicht beeinflussen werden. Trotz dieser positiven Prognose sind wir in solch einem Fall verpflichtet zu handeln und gemäß der Gemeindeordnung unverzüglich den laufenden Haushalt mit einem Nachtrag zu korrigieren.
Sämtliche Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushalts wurden daraufhin in den vergangenen Wochen von den Fachbereichen der Verwaltung überprüft und aktualisiert. Gerade die laufenden Ausgaben konnten dabei reduziert werden – oftmals auch vor dem Hintergrund, dass viele dieser Ausgaben in 2025 gar nicht mehr zu realisieren sind. Zusätzlich haben sich relevante Einsparungen bei den Personalkosten – nicht alle Stellen sind besetzt – beim Strom- und Wasserverbrauch sowie bei den Heizungskosten ergeben.
So konnte bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt kurzfristig eine Kürzung um 6,1 Millionen Euro erzielt werden, die erwarteten Einnahmen reduzieren sich dagegen um 14,6 Millionen Euro. Insgesamt weist der Verwaltungshaushalt somit statt dem ursprünglich veranschlagten Überschuss in Höhe von 1,9 Millionen Euro nun ein voraussichtliches Defizit in Höhe von 6,6 Millionen Euro aus. Dadurch steigt die vorgesehene Rücklagenentnahme für das Haushaltsjahr 2025 um 4,7 Millionen Euro.
Das sind natürlich keine erfreulichen Nachrichten, trotzdem besteht kein Anlass zur Sorge: Die dauerhafte Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde ist nicht gefährdet. Das bedeutet auch, dass notwendige Investitionen und Unterhaltsmaßnahmen wie geplant weiterlaufen. Das gilt ebenso für sämtliche wegweisenden Projekte, die als Investitionen ohnehin im Vermögenshaushalt abgebildet sind. Dieser ist von den Einsparungen nicht betroffen. Zu den großen Projekten zählen beispielsweise der Geothermie-Ausbau, der Neubau der Jugendfreizeitstätte, die Aufstockung der Grundschule oder die Errichtung des temporären Horts am Pullacher Bahnhof.
Auch die freiwilligen Leistungen der Gemeinde, wie die Förderung der Vereine, das kommunale Erziehungsgeld oder die Förderungen im Rahmen des Klimaschutzprogramms laufen wie gewohnt weiter. Trotz der Einsparungen im Nachtragshaushalt können wir positiv in die Zukunft schauen und alle unsere Aufgaben erfüllen.
Es grüßt Sie herzlich
Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin
05.08.2025
