Am Mittwoch, den 4. März 2026, hat die Josef-Breher-Mittelschule besonderen Besuch aus Japan empfangen. Prof. Hiroyuki Fujii von der Fakultät für Erziehungswissenschaften und Psychologie der Nihon (Nippon) Fukushi Universität in Mihama, ca. 600 km südwestlich von Tokio, besuchte gemeinsam mit zwei seiner Studenten die Schule, um sich über das erfolgreiche Deutschklassenkonzept in Pullach zu informieren. Begrüßt wurde die Delegation von Schulleiter Harun Lehrer, unserem Zweiten Bürgermeister Herrn Dr. Andreas Most sowie Vertrauenslehrerin Barbara Meißner in der Pausenhalle der Mittelschule. Anschließend ging es gemeinsam in die Schulklasse, um das Lehrkonzept der Deutschklasse „live“ kennenzulernen.

Foto: Gemeinde Pullach
Das Interesse von Prof. Dr. Hiroyuki Fujii galt vor allem der Frage, wie es der Schule gelingt, Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen erfolgreich in das Schulleben einzubinden.
Rund 260 Schülerinnen und Schüler besuchen die Josef-Breher-Mittelschule in Pullach, darunter etwa 140 mit Migrationshintergrund. Circa 50 von ihnen stammen aus der Ukraine und kamen ohne Deutschkenntnisse zu uns. Für diese Schülerinnen und Schüler bietet die Schule eine eigene Deutschklasse an, in der zunächst der Spracherwerb im Mittelpunkt steht. In allen Fächern, egal ob Mathematik, Kunst oder Sport, werden gezielt Fachbegriffe und Ausdrucksformen trainiert, um die Schülerinnen und Schüler schrittweise auf den Regelunterricht vorzubereiten und sie sprachlich wie sozial zu stärken.
Besonders großen Wert legt die Schule auf Teilhabe und Integration. Die Schülerinnen und Schüler der Deutschklasse sind in alle Schulaktivitäten eingebunden, nehmen an allen Projekten und Festen teil und unternehmen regelmäßig Exkursionen, um ihnen ihre neue Umgebung näherzubringen. Wer so weit ist, darf zur Probe am Unterricht einer Regelklasse teilnehmen. So entsteht ein lebendiger, unterstützender Lernprozess, der die Sprache und das Selbstvertrauen gleichermaßen fördert.
Prof. Fujii zeigte sich beeindruckt von diesem Klassen-Konzept und sprach von einem inspirierenden Beispiel gelungener Integration. Auch in Japan beschäftigen sich Schulen zunehmend mit Fragen rund um das Thema „Japanisch als Fremdsprache“ und den Umgang mit kultureller Vielfalt, doch Integrationsmodelle wie das der Josef-Breher-Mittelschule sind dort bislang kaum bekannt. Der fachliche Austausch bot daher wertvolle Impulse für die japanischen Gäste, die viele Anregungen für ihre eigene Arbeit und Forschung mitnehmen konnten.
Nach dem Schulbesuch machte die kleine Gruppe noch einen kurzen Abstecher ins Rathaus, wo sie vom Zweiten Bürgermeister eine Führung durch das Gebäude erhielt. Zum Abschluss entstand im Großen Sitzungssaal noch das obligatorische Gruppenfoto, bevor der Besuch bei einem bayerischen Mittagessen im „Rabenwirt“ gemütlich ausklang.
16.03.2026
