Landkreis und Kommunen treiben Klimaanpassung voran
Hitze, Starkregen und längere Trockenperioden stellen Städte und Gemeinden zunehmend vor konkrete Herausforderungen. Im Landkreis wird die Anpassung an die Folgen des Klimawandels deshalb seit längerem gemeinsam angegangen: Nachdem der Kreistag das integrierte Klimafolgenanpassungskonzept Ende vergangenen Jahres beschlossen und veröffentlicht hat, haben das Landratsamt und teilnehmende Kommunen die Umsetzung bereits angestoßen. Ein zentraler Baustein ist die enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kommunen, die nun weiter verstetigt wird.
Wie kann ein Landkreis klimaangepasster werden, wenn die Folgen des Klimawandels vor Ort sehr unterschiedlich spürbar sind? Im Mai kamen das Landratsamt München und teilnehmende Kommunen bereits zum zweiten Mal in einem gemeinsamen Workshop zur Verstetigung der Klimaanpassung zusammen. Im Mittelpunkt stand erneut die Frage, wie die Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept dauerhaft organisiert und gemeinsam umgesetzt werden können. Schon im ersten Workshop im November 2025 wurden dafür thematische interkommunale Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Ziel war es, an der guten Zusammenarbeit während der Konzepterstellung festzuhalten und darauf aufbauend die Umsetzung von konkreten Maßnahmen arbeitsteilig und gemeinsam voranzubringen.
Wissen bündeln und Ressourcen gezielt einsetzen
In den vergangenen Monaten wurde dieses Modell der Zusammenarbeit erstmals in der Praxis erprobt. Beim zweiten Workshop berichteten die Kommunen von ersten Erfahrungen, teilten Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen und tauschten sich dazu aus, was bereits gut funktioniert, wo Herausforderungen bestehen und wie die Zusammenarbeit weiter verbessert werden kann.
Die bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv. Erste Maßnahmen wurden bereits angestoßen, der fachliche Austausch zwischen den Kommunen intensiviert und Doppelstrukturen vermieden. Zu den konkreten Ergebnissen zählen beispielsweise Informations- und Aktionsangebote für den Hitzeaktionstag, Schulungen für kommunale Bauhöfe zur Neophyten-Bekämpfung sowie die Vorbereitung und Pflanzung eines Jahrgangsbaums. Sämtliche Arbeitsergebnisse werden allen Kommunen zur Verfügung gestellt, sodass diese vor Ort unmittelbar genutzt oder weiterentwickelt werden können. Aufbauend auf diesen ersten Erfolgen haben sich weitere Arbeitsgruppen gebildet, die zusätzliche Themen des Klimaanpassungskonzepts aufgreifen und gemeinsam umsetzen möchten. So werden derzeit weitere gezielte Maßnahmen vorbereitet und vorangebracht wie etwa im Bereich der Hitzevorsorge, des klimaangepassten Bauens oder der ökologischen Umgestaltung von Straßenräumen.
Pullach bringt eigene Projekte aktiv ein
Die Gemeinde Pullach ist an mehreren dieser Maßnahmen direkt beteiligt und bringt darüber hinaus eigene, bereits etablierte Ansätze ein:
- Im Bereich Hitzevorsorge hat Pullach gemeinsam mit drei weiteren Kommunen ein Informationssystem aufgebaut, über das Hitzewarnungen gezielt weitergegeben werden. Bei einem Runden Tisch am 23. April 2026 wurden lokale Akteurinnen und Akteure – darunter Betreuungseinrichtungen, Vereine, Arztpraxen und Apotheken – eingebunden, um Maßnahmen abzustimmen und im Ernstfall koordiniert reagieren zu können.
- Die Praxisschulung „Neophyten eindämmen“ findet am 7. Juli 2026 in Pullach statt. Das Umweltamt der Gemeinde ist in diesem Bereich seit Jahren aktiv und bringt seine Expertise in die interkommunale Zusammenarbeit ein.
Darüber hinaus setzt Pullach bereits zahlreiche Maßnahmen aus dem eigenen Präventionskonzept um und gilt damit als Vorreiter im Landkreis:
- Die Initiative „Hitzehelfer“ in Kooperation mit der Nachbarschaftshilfe unterstützt die Suche nach Helfern, die besonders gefährdete Personen während Hitzeperioden in ihrer Mobilität unterstützen
- Neue Gebäude und Freiflächen werden konsequent klimaangepasst geplant, etwa bei der Jugendfreizeitstätte.
- Öffentliche Trinkwasserspender, wie am Kirchplatz (seit Mai 2025), sorgen für Abkühlung an heißen Tagen.
- Der klimaresiliente Waldumbau stärkt die ökologische Widerstandsfähigkeit.
- Pflanzliche Verschattung wird gezielt ausgebaut, etwa am Spielplatz Wöllnerbergl und an der Jugendfreizeitstätte.
- Maßnahmen zur Starkregen- und Dürrevorsorge, wie Zisternenlösungen, werden integriert.
- Zudem beteiligt sich Pullach am Forschungsprojekt „KI4Stereo“ gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das detaillierte Klimaanalysen für die Gemeinde liefert.
Gemeinsam stärker gegen die Folgen des Klimawandels
Mit dem interkommunalen Ansatz verfolgt der Landkreis München ein bundesweit bislang einzigartiges Modell der Zusammenarbeit im Bereich Klimaanpassung. Ziel ist es, den Landkreis und seine Kommunen schrittweise widerstandsfähiger zu machen und praxistaugliche Lösungen gemeinsam umzusetzen.
Weitere Informationen zur Klimafolgenanpassung im Landkreis München finden Sie unter:
Klimafolgenanpassung im Landkreis München – Mein Landkreis München
Selbst aktiv werden: Klimaschutzprogramm Pullach
Sie möchten auch etwas für den Klimaschutz tun? Die Gemeinde Pullach unterstützt Sie finanziell mit einem Klimaschutzprogramm in den Bereichen Energie, Mobilität, Naturschutz und Kreislaufwirtschaft.
Alle Informationen, die Förderrichtlinie sowie die Antragsformulare finden Sie hier:
https://www.pullach.de/antragsformulare-klimaschutzprogramm-2/
10.06.2026
