Die problematische Situation der S-Bahn-Linie S7 hat in den vergangenen Monaten ein Ausmaß erreicht, das für die Bürgerinnen und Bürger, Schulen, die örtliche Wirtschaft und die kommunale Infrastruktur in unserer Gemeinde nicht länger tragbar ist.
Die in Aussicht gestellten Verbesserungen zur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit durch die neue Linienführung der S7 seit dem Fahrplanwechsel Ende 2024 sind leider nicht eingetreten. Darüber hinaus hat auch der bisherige Austausch mit den verantwortlichen Stellen zu keinen zufriedenstellenden Lösungsansätzen, geschweige denn zu spürbaren Verbesserungen geführt.
Angesichts der gravierenden Lage mit zahlreichen weiteren Missständen rund um die S7 hat die Gemeinde Pullach daher einen Brandbrief an die Geschäftsführerin der Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) verschickt. Die BEG ist für den S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats Bayern zuständig.
Uns reicht es jetzt! Alle bisherigen Versprechungen wurden nicht eingehalten, die Situation ist immer nur noch schlimmer geworden. Die Trennung der S-Bahn-Äste, die für uns ohnehin erhebliche Nachteile mit sich bringt, hat überhaupt nichts gebracht – ganz im Gegenteil: Die Verspätungen und Zugausfälle sind noch gravierender geworden. Dazu ist mit dem Einsatz der aktuell eingesetzten Züge auch noch die Barrierefreiheit weggefallen. Es muss politischer Druck aufgebaut werden, damit endlich was passiert. Wir wollen wachrütteln und unserem Unmut Ausdruck verleihen.
Um die Relevanz zu unterstreichen, wurde das Schreiben auch an die obersten Stellen der Deutsche Bahn AG, den Münchner Tarif- und Verkehrsverbund (MVV), den Staatsminister Christian Bernreiter im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Dieter Reiter, und den Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel, gesendet. Zum Empfängerkreis gehören neben der Presse auch die weiteren betroffenen Kommunen an der S7-Linie Baierbrunn, Schäftlarn, Icking und Wolfratshausen sowie die örtlich zuständigen Abgeordneten des Bezirkstags, Landtags und Bundestags.
Der Brandbrief im Wortlaut ist hier abrufbar. Er thematisiert folgende Problembereiche der S7:
- Massive Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit: Von regelmäßigen Verspätungen bis hin zu unangekündigten Zugausfällen
- Übermäßig lange Schrankenschließzeiten, die Pullach mit ihren erheblichen Auswirkungen besonders betrifft
- Fehlende Barrierefreiheit mit unzumutbaren Niveauunterschieden zwischen Bahnsteig und Zug, die verstärkt bei den neu eingesetzten Zugtypen der Baureihe 424 auftritt
- Unkoordinierte, unzuverlässige und teils widersprüchliche Informationssysteme
- Untragbare Zustände an der Endhaltestelle am Münchner Hauptbahnhof (Starnberger Flügelbahnhof)
- Verbesserungswürdige Kommunikation mit den betroffenen Kommunen, auch im Hinblick auf die bereits durchgeführten „Runden Tische“
- Beeinträchtigungen bei den Umsteigemöglichkeiten hinsichtlich des Wetterschutzes und der Barrierefreiheit
Unsere Forderungen an die Deutsche Bahn, die mit der Durchführung des S-Bahn-Verkehrs beauftragt ist, beinhalten kurzfristige, verlässliche und konkrete Maßnahmen, um bei den genannten Problembereichen schnellstmöglich spürbare Verbesserungen zu erzielen. Dazu ist zeitnah ein persönliches und verbindliches Vor-Ort-Gespräch gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden erwünscht.
Nach wie vor sind wir sehr gerne bereit, bei den verschiedenen Problemlösungen konstruktiv mitzuwirken. Gleichzeitig wird ein entschiedenes und zeitnahes Handeln der Verantwortlichen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger entlang der S-Bahn-Linie S7 erwartet.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin
Kontakt zur S-Bahn München
Beschwerden und weitere Anregungen können Sie auch gerne selbst an die S-Bahn München richten:
- Telefon: 089 / 55 89 26 65
- E-Mail: kundendialog.muenchen@deutschebahn.com
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- Postanschrift: DB Regio AG, Kundendialog S-Bahn München, Orleansstraße 56, 81667 München
