Wie viele von Ihnen wissen, haben wir angesichts der gravierenden Lage mit zahlreichen Missständen rund um die S-Bahn-Linie S7 am 1. Dezember 2025 einen Brandbrief an die Geschäftsführerin der zuständigen Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) verschickt.
Von verschiedenen Seiten und über verschiedene Wege haben wir dafür großen Zuspruch erhalten. Neben den zahlreichen Rückmeldungen unserer Bürgerinnen und Bürger war auch das mediale Echo enorm. Die starke Frustration über die unbefriedigende Situation der S7 war dabei stets spürbar. Viele Fahrgäste fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes „abgehängt“. Das gilt insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen.
Unser Brandbrief wurde am 19. Dezember 2025 von der Deutschen Bahn (DB) im Namen des Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Bayern, Heiko Büttner, beantwortet. Mit dieser Antwort können wir uns inhaltlich leider an vielen Stellen nicht zufriedengeben. Daher haben wir am 7. Januar 2026 eine Rückantwort mit Nachfragen, Anmerkungen und erneuten Forderungen versendet. Das Schreiben ging neben Herrn Büttner an den gleichen Empfängerkreis des Brandbriefs.
Den gesamten Schriftverkehr zur Situation der S7 finden Sie im Download-Bereich unter diesem Text.

In unserer Rückantwort gehen wir nochmals auf folgende Problembereiche ein:
- Pünktlichkeit und Langsamfahrstellen: Wir erfragen, bis wann damit zu rechnen ist, dass die beiden Langsamfahrstellen bei Icking und Höllriegelskreuth vollständig beseitigt sind.
- Schließzeiten, Bahnübergänge und Sicherheit: Wir bemängeln einen fehlenden Plan zur Verbesserung und bitten um einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin zur Erörterung von Optimierungsmöglichkeiten bei den Schrankenschließzeiten.
- Barrierefreiheit: Da die Frage unbeantwortet geblieben ist, bitten wir erneut um Auskunft, ob der zeitnahe Einsatz von S-Bahn-Fahrzeugen der Baureihe 423 umsetzbar ist. Diese Fahrzeuge sind bezüglich der Bahnsteig-Höhe mit den bereits barrierefrei ausgebauten Bahnhöfen kompatibel. Dazu gehören beispielsweise Pullach und Höllriegelskreuth, aber auch Icking, Baierbrunn, Mittersendling, Heimeranplatz und die derzeit einzige direkte Anbindung zur Stammstrecke an der Donnersberger Brücke.
- Wegführung und Sicherheit am Münchner Hauptbahnhof: Es wird eine Verbesserung der Situation durch die nächste Bauphase am Hauptbahnhof in Aussicht gestellt. Wir bitten um einen genauen Zeitplan dieser Bauphase und den avisierten Zeitpunkt der Verbesserung.
- Wartesituation und Witterungsschutz: Da sich die DB bedauerlicherweise auf den Status quo zurückzieht, weisen wir erneut auf den unzumutbaren aktuellen Zustand hin. Seit der Abkopplung der S7 von der Stammstrecke sind viele Fahrgäste zu einem Umstieg an einem der schlecht geschützten oberirdischen Bahnsteige gezwungen. Lange Wartezeiten durch Zugverspätungen oder Zugausfälle sind bei entsprechender Witterung – wie beispielsweise den derzeitigen Minus-Temperaturen – besonders herausfordernd.
- Fahrgastinformation und Kommunikation: Wir unterstreichen unser Unverständnis, dass der Einbau von Ortungstechnik in die 16 Züge der Baureihe 424 nach über einem Jahr Einsatzzeit noch einmal ein halbes Jahr in Anspruch nehmen soll. Darüber hinaus verweisen wir darauf, dass entgegen der Aussagen der DB die Angaben in Online-Medien (z. B. Apps wie „MVGO“) und am Bahnsteig nicht immer übereinstimmen.
Die vielen Reaktionen aus der Bevölkerung haben wir sehr bewusst zur Kenntnis genommen. Daher werden wir bei unserer Forderung nach kurzfristigen, verlässlichen und konkreten Maßnahmen nicht locker lassen, um bei den genannten Problembereichen schnellstmöglich spürbare Verbesserungen zu erzielen.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin
Kontakt zur S-Bahn München
Beschwerden und weitere Anregungen können Sie weiterhin auch gerne selbst an die S-Bahn München richten:
- Telefon: 089 / 55 89 26 65
- E-Mail: kundendialog.muenchen@deutschebahn.com
- Kontaktformular: extern.pullach.de/Kontakt-S-Bahn
- Postanschrift: DB Regio AG, Kundendialog S-Bahn München, Orleansstraße 56, 81667 München
