Bürgerbrief: 30 Jahre Bürgerhaus – 30 Jahre Kultur-Abos

Als wir vor 30 Jahren nach einigen Geburtswehen unser Bürgerhaus eröffnen konnten, waren die einen hochbegeistert, die anderen verhalten skeptisch angesichts der Baukosten, der Architektur, der unterschiedlichen Ansichten zu Bedarf und zur Nutzung des Hauses. Es fehlte noch die gemeinsame Idee, wie sich diese Institution entwickeln könnte. Heute weiß man es besser: Das Bürgerhaus bestimmt unser Ortszentrum, wurde inhaltlich geprägt durch seine bisherigen kompetenten Leitungen Wolfgang Buttmann und Dr. Hannah Stegmayer und ist heute weit über die Grenzen Pullachs bekannt als „Kulturtempel“ (SZ vom 08.01.2026) für erstklassige Konzerte und Theater.

Viele nationale und internationale Größen standen in den vergangenen 30 Jahren auf der Bürgerhaus-Bühne, darunter der im Jahr 2013 verstorbene Kabarettist Dieter Hildebrandt, Foto: Claus Schunk

Ein Beispiel für Kontinuität, Vielfalt, Qualität und bürgerliches Engagement

In Pullach selbst wird unser offenes Haus geschätzt, seine vielfachen Nutzungsmöglichkeiten und seine wandelbare Architektur. Nach außen steht es für Internationalität, für uns Nutzer bedeutet es einen Ort der verlässlichen Qualität, der Begegnung, des Austausches, der Kulturinitiativen, der Identifikation. Hier zeigen auch lokale Akteure, was sie können, hier veranstalten Pullacherinnen und Pullacher für das Pullacher Publikum, hier haben Vereine ihr Zuhause, hier ist der Übergang von lokal zu überregional gleitend. Pullach ist selbstbewusst, weil unsere Bürgerinnen und Bürger sowie deren Beiträge unseren Ort bereichern und bestimmen. Dies gilt für alle Bereiche der Kultur im Besonderen sowie für die Gesellschaft im Allgemeinen.

Darauf können wir stolz sein. Alle Altersgruppen werden mit einem reichen Kulturangebot versorgt. Kindergärten, Schulen und Familien profitieren gleichermaßen. Vormittags findet Kulturvermittlung für die Jüngsten statt, nachmittags treffen sich Seniorinnen und Senioren im Haus, abends reicht das Spektrum von Kino über Fachvorträge bis zu Lesungen, von Tanzveranstaltungen bis zur Oper. Die kulturelle Nahversorgung ist gesichert.

Das Programmheft der Sommersaison 2026 wurde soeben an alle Haushalte verteilt. Und gerade ist der Verkauf neuer Abonnements gestartet, der noch bis zum 27. Februar läuft. Immer erwähnenswert ist dabei unser kostengünstiges Jugendabo, das den Zugang zu Kultur und anspruchsvoller Unterhaltung erleichtern soll.

Sie finden in der Theater- und Musiktheaterreihe Puccinis große Oper „La Bohème“ neben dem kleinen Format „Die Zimmerschlacht“ sowie „Alte Meister“ von Thomas Bernhard als direkte Übernahme vom Volkstheater Wien.

Die Klassikreihe darf im Jubiläumsjahr alte Bekannte präsentieren. Neben dem Startrompeter Gábor Boldoczki, dem traditionellen ungarischen Kodály Quartett und den Münchner Weltklassemusikern Oliver Triendl und Wen-Sinn Yang kommt als Schmankerl Elias David Moncado mit Thomas Hoppe nach Pullach. Elias hat seine Wurzeln in Pullach, stand vermittelt von Altbürgermeister Ludwig Weber als „Wunderkind“ vor genau zehn Jahren hier auf der Bühne und hat seither alle renommierten Preise gewonnen – zuletzt den Ernst von Siemens Musikpreis, der ihn in die berühmte Carnegie Hall nach New York führte. Der heute 24-jährige deutsch-spanisch-malaysische Geiger, aktuell Stipendiat der Anne-Sophie-Mutter Stiftung und der Gautier Capuçon Stiftung, gilt als „eines der größten Talente seiner Generation“ (Anne-Sophie Mutter). Starthilfe erhielt er u.a. von Folko Jungnitsch, dem Leiter unserer Musikschule, der ihn mit 14 Jahren vom Bürgerhaus weg in den Herkulessaal der Residenz München engagierte.

Elias David Moncado hat Pullacher Wurzeln und gastiert in den bedeutendsten Konzerthäusern weltweit, Foto: Zuzanna Specjal

Auch die Genres Kabarett und Jazz sind in dieser Saison wieder prominent besetzt. Fragt man die Leitung des Bürgerhauses nach ihrem Anspruch bei der Programmgestaltung, so hört man Folgendes: „Der Qualitätsanspruch ist mir wichtig und nicht das Bedienen aller Niveaus. Jeder soll nur das Beste geboten bekommen. Aber unsere ‚Pullacher Akzente‘ sind offen für Experimente. Hier stehen das Mitmachen und Ausprobieren im Vordergrund. Und auch hier garantieren die Verantwortlichen wie z. B. Musikschulleitung und Lehrende oder Sigi Sterr und Martin Wiegele fachliche Kompetenz.“

Am 18. April feiern wir zusammen 30 Jahre Bürgerhaus mit einer Varieté-Show. Auch hier können wir erleben, was Pullach ausmacht. Der Mentalkünstler Thorsten Havener ist mit dabei, dazu zeigen viele exzellente Partner unserer Zauberschule vor Ort ihr Können.

Der bekannte Mentalkünstler Thorsten Havener ist einer der Protagonisten der Varieté-Show zum Bürgerhaus-Jubiläum am 18. April, Foto: Thorsten Havener

Resümee: Man kann in Pullach starten und die Welt erobern, kehrt aber immer wieder gerne hierher zurück.

Feiern Sie in diesem Sinne mit uns 30 Jahre Bürgerhaus!

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin

10.02.2026