Fast genau vor einem Jahr wurde im Gemeinderat die Errichtung eines temporären Horts auf dem Grundstück am Pullacher Bahnhof beschlossen. In dieser Woche hat die AWO nun das „kleine Lummerland“ in Betrieb genommen. Der zweigeschossige Holzmodulbau bietet ab sofort auf einer Fläche von 830 m² Platz für drei Hortgruppen mit insgesamt 75 Kindern. Die Räumlichkeiten und die Einrichtung sind hell, freundlich, modern und großzügig gestaltet – davon konnte ich mich selbst bei einem Besuch Ende vergangener Woche überzeugen.
So sieht es auch die Hortleiterin Dorothe Tirpak: „Wir freuen uns total. Mir gefällt vor allem die zentrale Lage mit der fußläufigen Nähe zu unserem Haupthaus, das ist für uns in der Zusammenarbeit sehr wichtig. Auch das Gebäude an sich und die Ausstattung finde ich sehr schön. Wir sind bei jedem Schritt in den Planungen mitgenommen worden und konnten hier vieles aus unseren Erfahrungen im Alltag einbringen.“

Neben den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten für den Hort hat die Bauweise für uns eine Reihe von weiteren Vorteilen: Der Aufbau der 34 vorgefertigten Holzmodule war vor Ort schnell erledigt. Darüber hinaus leistet der Baustoff Holz nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schafft auch ein natürliches und angenehmes Raumklima für die Kinderbetreuung. Da diese Bauweise noch recht neu ist, wurden die Arbeiten sogar von einem TV-Team begleitet. Der Beitrag kann in der Mediathek von münchen.tv abgerufen werden.
Natürlich wird es noch eine Weile dauern, bis auch das letzte Möbelstück am richtigen Platz steht und auch die Außenanlagen können erst nach Fertigstellung sämtlicher Anbauten den Sommer über richtig in Angriff genommen werden. Zum Glück ist es nicht weit bis zur Maibaumwiese. Der Spielplatz und die Grünfläche dienen dem Hort vorübergehend als alternatives Außengelände, daher ist dort in nächster Zeit wahrscheinlich auch unter der Woche ein bisschen mehr los.







Schon jetzt kann man sich gut vorstellen, dass sich im „kleinen Lummerland“ alle sehr wohl fühlen werden. Das haben sich das Team und die Kinder auch redlich verdient, denn hinter ihnen liegt ein ziemlicher Kraftakt. Der ursprüngliche Einzug war in den Pfingstferien geplant, verzögerte sich aber durch verspätete Lieferungen von Bauteilen um zwei Wochen. So musste der Hort kurzfristig im Sportheim einquartiert werden. Hinzu kamen weitere organisatorische Herausforderungen durch die laufende Baumaßnahme in der Grundschule und die Auslagerung einiger Klassen in das neue Quartier in der Wolfratshauser Straße.
Daher möchte ich dem AWO-Team um Dorothe Tirpak ein großes Lob aussprechen und mich für den Einsatz, die Flexibilität und das Verständnis bedanken. Dasselbe gilt für die Eltern und auch für die Zweite Bürgermeisterin Cornelia Zechmeister, Sportheim-Pächter Harry Klein, den SV Pullach, die Grund- und Mittelschule – und natürlich ebenso für die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung. Viele verschiedene Gruppen waren an diesem Projekt und an der kurzfristig notwendigen Alternativlösung beteiligt – ein schönes Beispiel dafür, dass es gemeinsam immer am besten geht.
Eine kleine Eröffnungsfeier für den neuen Hort soll es natürlich auch noch geben, allerdings erst nach den Sommerferien, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind und sich der größte Stress gelegt hat. Denn parallel laufen bei Frau Tirpak jetzt schon die Vorbereitungen für das neue Schuljahr auf Hochtouren. Dann gilt es zusammen mit der Mittagsbetreuung der Grundschule den neuen Anspruch auf ganztägige Betreuung umzusetzen. Alleine bei der AWO werden zum neuen Schuljahr 50 neue Kinder aufgenommen.
Abschließend noch ein Blick weiter voraus: Der Hort ist abhängig vom Bedarf für einen begrenzten Zeitraum von fünf Jahren auf dem Grundstück an der Bahnhofstraße vorgesehen. Dies hängt sowohl mit der Aufstockung der Grundschule als auch mit dem Neubau der Jugendfreizeitstätte zusammen. Nach der voraussichtlichen Fertigstellung der neuen Jugendfreizeitstätte im Frühjahr 2027 stehen im Untergeschoss der Grundschule weitere Räume für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung. In dieser Gemengelage gilt es über die weitere Ortsentwicklung nachzudenken und den nächsten großen Vorteil des Holzmodulbaus zu nutzen: Die Anlage ist schließlich umsetzbar und kann flexibel an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Nun freue ich mich aber erst einmal darauf, dass das neue Hort-Gebäude mit Leben gefüllt wird und wünsche dem Team und den Kindern ein gutes Ankommen im „kleinen Lummerland“.
23.06.2026
