Am 9. August bin ich 100 Tage als Erste Bürgermeisterin der Gemeinde im Amt. Eine gute Gelegenheit, zurückzublicken und eine erste Bilanz zu ziehen.

Zunächst möchte ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung herzlich für die tolle Unterstützung bedanken, die ich zu meinem Start in vielerlei Hinsicht erhalten habe. Für mich ist es ein bisschen wie Heimkommen! Wir haben ein sehr gutes Miteinander. Oft sind es auch viele kleine, von außen kaum wahrnehmbare Dinge, die den Verwaltungsmotor in unserer schönen Gemeinde am Laufen halten.
Nachdem ich ja im Rathaus bereits 22 Jahre gearbeitet habe und zuletzt sechs Jahre im Gemeinderat saß, waren mir viele Themen nicht neu – für mich persönlich aber auch für das ganze Haus sicher ein Vorteil. Was mich allerdings dann doch ein bisschen überrascht hat, war die Flut an E-Mails. Zum einen sind die ganzen Informationen unglaublich wertvoll, zum anderen ist so eine Menge nicht ganz einfach zu bewältigen. Nach einem Amtswechsel ist diese Flut natürlich kein Wunder: Man hat einen eigenen Anspruch und die Leute haben Ansprüche, um bei ihren Themen voranzukommen.
Auch wenn die Arbeitstage lang sind, bereitet mir mein neuer Job große Freude: Ich mag einfach den Umgang mit Menschen und gemeinsam mit ihnen unsere Gemeinde mitzugestalten. Für die vielen Anregungen und den sehr guten Austausch will ich mich daher auch bei Ihnen allen als Pullacher Bürgerinnen und Bürger herzlich bedanken. Dasselbe gilt für meine Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat. Teilweise haben wir intensive Diskussionen im Gremium geführt, gleichzeitig konnten wir gemeinsam schon viele richtige und wichtige Entscheidungen treffen. Ich bin optimistisch, dass wir uns weiter einschwingen werden – zumal man nicht vergessen darf, dass sich jedes Mitglied im Gemeinderat ehrenamtlich für Pullach einsetzt. Das alleine verdient großen Respekt.
Apropos Ehrenamt: In meinen ersten 100 Tagen war ich schon bei vielen Veranstaltungen und Vereinen zu Gast, wie beispielsweise beim 80-jährigen Jubiläum des SV Pullach oder bei „Pullach feiert!“. Wenn ich sehe, wie viele Menschen hier ehrenamtlich zusammenarbeiten, um in ihrer Heimatgemeinde etwas zu bewegen, geht mir das Herz auf. Davon ein Teil zu sein, macht mich stolz und dankbar.
Schon bei meiner früheren Tätigkeit in der Bautechnik hat es mir immer gefallen, wenn Dinge entstehen und sichtbar werden. Das – gepaart mit einer wahnsinnigen Vielseitigkeit, die das Bürgermeisteramt mit sich bringt – finde ich wirklich sehr erfüllend.
Gerade in meinen ersten 100 Tagen im Amt wollte ich sehr viele Dinge noch vor der Sommerpause anstoßen und vorantreiben – das hat erfreulicherweise geklappt.
Was ich unbedingt aufs Gleis setzen wollte, war die Sanierung des Bahnhofs, der Neubau der Mäuseburg und die Verbesserung unserer Straßen. Beim wichtigen Bahnhofsprojekt haben wir in den vergangenen Jahren wertvolle Zeit verloren. Wir könnten damit schon fertig sein, jetzt sind wir unter Zugzwang.
Neben dem Bahnhof ist auch die Mäuseburg für mich eine absolute Herzensangelegenheit. Ich selbst habe damals als Verwaltungsmitarbeiterin vor 15 Jahren den Container aufstellen lassen. Das war immer nur als Übergangslösung geplant, am Anfang für drei Jahre. Von daher wird es nun höchste Zeit, dass der Container zum Kindergartenjahr 2028/29 durch einen schönen modernen Holzmodulneubau für sechs Gruppen ersetzt wird. Das alte Polizeigebäude kann auch während der einjährigen Bauzeit weiter von den Kindergartengruppen genutzt werden. Für die Übergangslösung der Krippenkinder im Kloster St. Gabriel sind wir im engen Austausch mit der AWO, die die Räumlichkeiten dort bereits für gut befunden hat. Diese Aussicht – zusammen mit einem Jahr Vorlauf, das wir und die AWO jetzt noch zur Planung zur Verfügung haben – stimmt mich sehr optimistisch.
Auch den Straßenbau werden wir zeitnah intensivieren. Wir beginnen nach den Sommerferien mit einem Teilstück der Münchener Straße zwischen dem Wiesenweg und der Schubertstraße. Nächstes Jahr soll unter anderem die Ausbesserung der Gistlstraße folgen.
Insgesamt geht es mir auch darum, in der Gemeinde mehr Wohlfühlzonen für die Menschen zu schaffen – Orte, an denen sich alle gerne aufhalten. Da können manchmal auch Kleinigkeiten helfen, daher machen wir jetzt in den Sommerferien eine Reinigungsaktion zwischen den Gehsteigen und Straßen im gesamten Ortsgebiet.
Gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und dem Gemeinderat habe ich in meinen ersten 100 Tagen bereits einige Projekte auf den Weg gebracht, viele weitere werden folgen. Jetzt ist es allerdings auch mal an der Zeit zum Durchatmen und Auftanken. Von daher wünsche ich Ihnen allen schöne Sommerferien und einige erholsame Tage!
Mit den besten Grüßen
Christine Eisenmann
Erste Bürgermeisterin
04.08.2026
