Bürgerbrief: Geburtstagsgeschenk eingelöst: Gemeinde pflanzt mit Pfarrei und Kindergarten Korbiniansapfelbaum an der Heilig Geist Kirche

Martin Luther und die katholische Kirche sind ja normalerweise schwer zusammenzubringen, aber wie so oft gibt es auch hier eine Ausnahme. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“, soll Luther einst gesagt haben. Im Sinne von Zuversicht und der Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft hat die Gemeinde der Heilig Geist Pfarrei zum 150-jährigen Jubiläum einen Gutschein für einen Korbiniansapfelbaum einschließlich der Pflanzung geschenkt. Dieser Gutschein wurde nun vor einigen Tagen eingelöst.

Susanna Tausendfreund (3. v.r.) und Wolfgang Baumgartner (r.) mit Pfarrer Wolfgang Fluck und weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Heilig Geist Pfarrei.

Zu diesem Anlass trafen wir uns auf der Grünfläche vor der Heilig Geist Kirche an der Parkstraße mit Pfarrer Wolfgang Fluck, einigen weiteren Vertretern und Vertreterinnen der Pfarrei sowie mit den Kindern und ihren Erzieherinnen und Erziehern des Kindergartens. Von Verwaltungsseite war außerdem Wolfgang Baumgartner aus der Abteilung Umwelt mit dabei.

Nach einigen einleitenden Worten und einem passenden Lied der Kinder ging es an die Schaufeln. Bei der Pflanzung bekamen wir Unterstützung von der Pullacher Gartenbaufirma Bracker und auch die Kinder halfen tatkräftig mit. Die fleißigen Helferinnen und Helfer durften nach dem Segen für den neuen Baum von Pfarrer Fluck zudem das erste Gießen übernehmen. Im Anschluss an die getane Arbeit gab es für die Kinder und alle weiteren Anwesenden zur Stärkung einen Bioapfel, der in den meisten Fällen gleich verputzt wurde.

Bis der neue Baum selbst Äpfel trägt, werden noch ein paar Jahre vergehen, aber schon jetzt schmückt er den Vorplatz der Kirche. Es handelt sich beim Korbiniansapfel um eine besondere Sorte, die von der Gemeinde ganz bewusst als Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit für die Heilig Geist Pfarrei ausgewählt wurde.

Diese historische Obstsorte geht auf den bayerischen „Apfelpfarrer“ Korbinian Aigner (1885-1966) zurück, der zu den versiertesten Pomologen der neueren Zeit zählt. Der Dorfpfarrer aus dem Landkreis Freising kam als Gegner des NS-Regimes ins Konzentrationslager Dachau, wo er heimlich Äpfel züchtete. Dank einer Nonne, die Sämlinge aus dem Lager schmuggelte, erreichte die Züchtung später die Technische Universität München. Anlässlich des 100. Geburtstags von Korbinian Aigner wurde die Sorte dann im Jahr 1985 in „Korbiniansapfel“ umbenannt.

In diesem Jahr ist ein Film über die Geschichte von Korbinian Aigner und seinem Korbiniansapfel mit dem Titel „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ erschienen. Seitdem der Film bundesweit in Kinos und Schulen zu sehen ist, erfreut sich die Apfelsorte großer Beliebtheit und wird in ganz Deutschland gepflanzt. 

Auch bei uns in Pullach kommen regelmäßig neue Obstbäume hinzu. Die Gemeinde nimmt immer wieder selbst Pflanzungen vor, beispielsweise an der Grund- und Mittelschule, in der Rosenstraße oder auf der Tiefgarage am Pullacher Bahnhof. Bereits vor 24 Jahren pflanzte die Bund-Naturschutz-Jugend am Grundelberg 20 verschiedene Bäume auf beiden Seiten entlang des Weges zur Kreuzeckstraße. In diesem Jahr kam zum Apfelbaumfest ein Königin-Sophien-Apfelbaum dazu. Am Wöllner Bergl wurden im Jahr 2022 weitere 17 Obstbäume gepflanzt, darunter viele alte Sorten zur Erhaltung der genetischen Vielfalt. In Planung ist dazu die Aufwertung der Grünfläche unterhalb der Tennisanlage des TC Großhesselohe mit einer Streuobstwiese durch die Stadt München.

Wenn auch Sie nun auf den Geschmack gekommen sind: Im Rahmen unseres Klimaschutzprogramms fördern wir die Pflanzung von heimischen Obstbäumen in Privatgärten pauschal mit 100 Euro. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Gemeindewebsite unter go.pullach.de/ksp. 

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin

25.11.2025