Vogelbrutzeit: Kiesbänke gesperrt

Bis zum 10. August besteht für abgesperrte Vogelbrutbereiche auf den Kiesbänken und -Inseln der Isar ein absolutes Betretungsverbot. Darauf weist das Landratsamt hin. Gerade das Isartal ist für Spaziergänger und Freizeitsportler sehr attraktiv. Mit den Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise ist das Bedürfnis, sich in der Natur frei zu bewegen, noch einmal deutlich gestiegen. Störungsempfindliche Tierarten finden daher kaum noch Rückzugsräume. Zum Schutz von kiesbrütenden Vogelarten wurden deshalb geeignete Brutplätze im Isartal mit gelben Hinweisschildern und Flatterleinen markiert und gesperrt. Wir bitten um Beachtung! Das Betreten von abgesperrten Kiesflächen wird mit Geldbußen geahndet.

Die Karte mit den gesperrten Kiesflächen finden Sie in den Downloads.

Von der wilden zur gezähmten Isar

Noch bis ins 19. Jahrhundert kennzeichneten ausgedehnte Schotterflächen, die durch häufige, reißende Hochwasser ständig ihre Form, Ausdehnung und Lage änderten, die Wildflussauen der Isar und anderer (Alpen-)Flüsse. Was extrem lebensfeindlich anmutete, bot trotz der ständigen Gefahr erneuter Zerstörung zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ideale Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen.

Vor allem kiesbrütende Vogelarten wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer fanden hervorragende Brutplätze in den von der vielarmigen Isar durchzogenen, vegetationsarmen breiten Auen mit ihrem grobkörnigen Substrat.

Mit der „Zähmung“ der Flüsse änderte sich das Bild der Auen dramatisch. Zwischen Hochwasserschutzdeichen blieben nur wenige Schotterflächen
erhalten. Durch die verminderte Hochwasserintensität konnten nicht selten Gehölze die Flächen erobern. Die offenen Kiesbänke und -inseln gingen verloren.

Heute ist man sich des hohen Wertes naturnaher Wildflussauen für die Lebensraum- und Artenvielfalt sowie die Erholung bewusst. Bereits Ende der 1980er Jahre erfolgte an der Isar ein Umsteuern, dem Fluss wird wieder mehr Raum gegeben. Trotz aller Bemühungen sind die einst im Überfluss vorhandenen Brutplätze von Flussregenpfeifer und Flussuferläufer aber noch immer äußerst rar.

Zudem droht mit der stark zugenommenen Erholungsnutzung weitere Gefahr. Gerade einmal 150 Brutpaare des Flussuferläufers gibt es noch in Bayern. Die Flusstäler von Isar und Regen sind die wichtigsten verbliebenen Brutgebiete dieser vom Aussterben bedrohten Vogelart. Auch vom Flussregenpfeifer gibt es nur noch rund 1.000 Paare in Bayern. Seine direkt auf den Kies gelegten gefleckten Eier sind für uns Menschen nahezu unsichtbar.

Quelle: Landratsamt München

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