Neubau Freizeitbad Pullach

Im Oktober 2018 hat der Gemeinderat mit nur einer Stimme Mehrheit beschlossen, den Neubau des Freizeitbades „auf der Kuhwiese“ nicht in die Handlungsempfehlungen des Ortsentwicklungsplanes (OEP) aufzunehmen. Was bedeutet das für die Neubau-Pläne und für die Zukunft des bestehenden Bades?

In den Handlungsempfehlungen zum OEP taucht das Freizeitbad nicht mehr auf.

Aber: Die Beschlüsse, die der Gemeinderat zuvor gefasst hat, sind trotzdem weiterhin gültig. Das heißt: Der Grundsatzbeschluss vom Juli 2017, das Freizeitbad auf der „Kuhwiese“ an der Münchener Straße neu zu bauen, steht. Der Beschluss vom Sommer 2018, Kriterien für einen EU-weiten Planungswettbewerb ausarbeiten zu lassen, steht. Und weiterhin gilt das Ziel, das bestehende Freizeitbad so lange wie möglich bis zur Fertigstellung des Neubaus auf der „Kuhwiese“ zu erhalten.

Hintergrundinformationen zu den Beschlüssen:

Die Bauarbeiten des Pullacher Freizeitbades wurden 1973 begonnen, eröffnet wurde es im September 1974. Zwischen April 1989 und März 1990 wurde das Bad erweitert (Außenbecken) und grundlegend saniert. Nach über 40 Jahren ist jedes moderne Gebäude unserer Zeit entweder sanierungs- oder modernisierungsbedürftig. Oder es hat schlichtweg das Ende seiner Lebensdauer erreicht – so wie das Freizeitbad Pullach. Technische Einbauten, das Dach, der komplette Stahlbetonbau und Oberflächenbeläge wie Fliesen und Fugen sind besonders anfällig für alterungsbedingten Verschleiß. Technische Einrichtungen wie Leitungen oder die Lüftungsanlage bilden das Herzstück eines jeden Bades. Wenn sie nicht mehr reibungslos funktionieren, ist der Betrieb gestört.

Einige Beispiele:

Lüftung: Die in die Jahre gekommene Lüftung muss aufgrund großer Defekte im Jahr 2019 erneuert werden. Voraussichtlich werden sich die Kosten deutlich auf über 100.000 Euro belaufen.

Leitungen: Eine großflächige Begutachtung hat ergeben, dass die Leitungen im Freizeitbad in einem sehr bedenklichen Zustand waren. Bestimmte Leitungen („tote“ Enden) mussten daraufhin wegen drohender Verkeimungsgefahr entfernt bzw. ausgetauscht werden.

Saunen: Im Frühjahr 2018 wurden zwei Schwitzkabinen wegen erhöhter Brandgefahr komplett erneuert. Die Kosten beliefen sich auf circa 50.000 Euro.

Badewassertechnik: Nur durch einen sehr hohen, mit Kosten verbundenen Aufwand kann der Betrieb aufrechterhalten werden. Fast täglich haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Freizeitbades Störungen zu bewältigen. Die Kosten für laufende Reparaturarbeiten steigen jährlich deutlich an. Die umfangreichen Reparaturarbeiten haben auch immer längere Schließzeiten zur Folge.

Energie: Energetisch ist das Freizeitbad auch nicht mehr auf der Höhe der Zeit, was sich bei den hohen Energiekosten zeigt.

Diese Probleme sind seit Langem bekannt. In den letzten zehn Jahren sind umfangreiche Gutachten erstellt worden. Bereits im letzten Gemeinderat wurde ein Neubau beschlossen. In dieser Amtsperiode ist die Sanierungsvariante zwar noch einmal intensiv geprüft, aber auch von dem aktuellen Gemeinderat verworfen worden. Die Sanierungskosten sind nämlich annähernd so hoch wie die Neubaukosten.

Nach Vorlage der Kostenberechnungen für „Sanierung oder Neubau“ und verschiedener Standortvorschläge für einen Neubau hat also auch der aktuelle Gemeinderat im Juli 2017 den Grundsatzbeschluss gefasst, das Freizeitbad auf der „Kuhwiese“ neu zu bauen. Die frei werdende Fläche an der Hans-Keis-Straße soll als Grün- und Vorratsfläche freigehalten werden.

Im Sommer dieses Jahres hat der Gemeinderat das Büro LARS consult. Gesellschaft für Planung und Projektentwicklung mbH beauftragt, die Grundlagen für einen EU-weiten Planungswettbewerb zu erarbeiten. In diesem ist ein Verhandlungsverfahren nach Vergabeverordnung (VgV) eingebettet. Dies ist auf Grund der zu erwartenden Honorarsumme der Planungsbüros gesetzlich vorgeschrieben.

Einige Anwohner haben zu Jahresbeginn eine Klage gegen das neue Freizeitbad angekündigt. Sie fürchten eine unzumutbare Lärmbelästigung. Außerdem wurde eine Unterschriftensammlung eingereicht, mit der sich circa einhundert Personen gegen den Standort wenden. Allerdings liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch keine ausgearbeiteten Pläne zum neuen Bad vor. Das vom Gemeinderat beauftragte Büro LARS consult ist derzeit dabei, die Rahmenbedingungen für den Realisierungswettbewerb unter Beteiligung von entsprechenden Fachplanern zu erarbeiten. Aus diesem Realisierungswettbewerb, in dessen Vorbereitung und Verlauf der Gemeinderat einbezogen ist (er berät und entscheidet immer wieder über die verschiedenen Planungsvarianten), wird die Konzeption und Gestalt des neuen Freizeitbades hervorgehen.

Die Anliegen der Anwohner werden hier – wie bei jedem anderen Planungsprozess auch – selbstverständlich mit abgewogen.

Wir bedauern, dass die jüngste Entscheidung des Gemeinderates (Handlungsempfehlungen OEP) zum Freizeitbad für Verunsicherung gesorgt hat. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Beschlüsse zum Bau eines neuen Freizeitbades am Standort „Kuhwiese“ davon nicht beeinträchtigt sind. Das bestehende Bad soll bis zum Umzug geöffnet bleiben.

Dez. 2018