Friedhofsgebäude wiedereröffnet

Mit gut 100 Pullacherinnen und Pullachern sowie Planern und Architekten hat die Gemeinde Pullach am vergangenen Freitag die Wiedereröffnung der rundum erneuerten Friedhofsgebäude gefeiert. Offizieller Beginn der Feier mit Reden, Musik und ökumenischer Weihe war um 17 Uhr. Doch schon das Interesse an den vorab angebotenen Führungen war groß. In drei Gruppen führten der Leiter der Bautechnik, Peter Kotzur, Mitarbeiterin Birgit Haschka und Architekt Stefan Holzfurtner die Interessierten über das Gelände.

Die umfangreiche Baumaßnahme hatte im Juli 2016 mit dem Umbau des Lagerplatzes an der Wurzelseppstraße zum provisorischen Werkhof für den Friedhofsbetrieb begonnen. Ab April 2017 folgten die Arbeiten an den Hauptgebäuden, der Neubau des Werkhofs an der Münchener Straße und die Umgestaltung des Vorplatzes. Herzstück des Gebäudeensembles, dessen ursprüngliche Form auf Wunsch des Gemeinderates beibehalten wurde, ist die Aussegnungshalle, die auf bis zu 188 Quadratmeter vergrößert werden kann. Durch die Fensterfronten zu beiden Seiten sowie durch das langgestreckte Oberlicht fällt viel natürliches Licht in den bewusst schlicht gehaltenen Raum.

Viel Beachtung bei den Pullacherinnen und Pullachern fanden auch die Darstellungen der Erzengel Gabriel und Michael, die im früheren Gebäude über der Tür angebracht waren – und im neu gestalteten Foyer als hinterleuchtete Buntglasbilder zu einem echten Blickfang geworden sind. Das Kreuz in der Aussegnungshalle kann bei Bedarf abgedeckt werden. Für Foto- oder Videoaufnahmen der Verstorbenen wird auf Wunsch ein großer Bildschirm in die Aussegnungshalle gefahren und für Trägerinnen und Träger von Hörgeräten wurde eine Induktionsschleife installiert.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund dankte in ihrer Ansprache den Mitgliedern des aktuellen und des vorangegangenen Gemeinderates, die sich in unzähligen Arbeitssitzungen mit der Neugestaltung der Friedhofsgebäude und des Vorplatzes beschäftigt haben. Der Gemeinderat habe sich für die Variante entschieden „Neues schaffen, Altes bewahren“, sagte Tausendfreund. „Und wenn ich mich so umschaue, kann ich mit Stolz sagen: Es ist uns geglückt.“

Architekt Stefan Holzfurtner bekräftigte in seinem Grußwort, dass die Gebäude nicht für die Toten errichtet wurden, sondern für die Lebenden: „Die Angehörigen sollen sich hier aufgehoben fühlen.“

Das musikalische Rahmenprogramm zwischen den Reden gestaltete das Klarinettenensemble der Musikschule Pullach unter der Leitung von Michael Walter sowie Eva Immertreu (7) am Cello, begleitet von Musikschulleiter Folko Jungnitsch. Die junge Solistin, die schon mit drei Jahren mit Cellospielen begonnen hat, beeindruckte durch herausragendes Können.

Die ökumenische Weihe der Friedhofsgebäude nahmen Pfarrer Wolfgang Fluck von der Pfarrei Heilig Geist und Pfarrer Martin Zöbeley von der Jakobuskirche in einer gemeinsamen Ansprache vor. Zum Abschluss sangen alle Anwesenden „Großer Gott, wir loben dich“, bevor die Feier mit einem Stehempfang im neu gebauten kleinen Abschiedsraum einen schönen Ausklang fand.