Persönlichkeiten & Geschichte

Ehrenbürger unserer Gemeinde

Name, Beruf Geboren Verstorben Ehrenbürger seit
Michael Aschner, Lehrer 14.05.1852 31.07.1909 07.05.1907
Georg Gistl, 1. Bürgermeister 24.04.1848 03.02.1923 08.07.1919
Adolf Wenz, Kommerzienrat 27.04.1840 26.11.1927 08.07.1919
Wilhelm Jaiser, Oberingenieur 21.10.1862 07.11.1930 22.07.1928
Josef Breher, 1. Bürgermeister 01.07.1884 06.02.1964 07.06.1957
Emil Riedl, Prokurist 02.03.1881 02.05.1960 09.05.1958
Fritz Wöllner, Gemeinderat 17.04.1890 25.09.1964 28.04.1960
Dr. Richard Eylenburg, 2. Bürgermeister 29.06.1881 06.01.1969 29.04.1966
Josef Seidl, 1. Bürgermeister 24.05.1906 18.06.2000 24.06.1976
Charlotte Dessecker, Gemeinderätin 07.12.1900 08.10.1980 25.04.1978
Franz Scholz, Gemeinderat 05.02.1902 04.04.1985 25.04.1978
Ernst Leibrecht, Pfarrer 22.08.1914 15.11.1999 17.10.1992
André Cazes, Bürgermeister v. Pauillac    28.02.2009 29.10.1994
Louis Senillon, Bürgermeister v. Pauillac     29.10.1994
Dr. Francois Dubuc, Pauillac    29.10.2002 29.10.1994
Prof. Dr. Hermann Linde 12.11.1917 31.08.2015 29.04.2002
Ludwig Weber, Altbürgermeister  29.05.1930    12.05.2004
Irene Becker, Kunstmäzenin 25.08.1923 20.06.2013 07.06.2005
Rolf Becker, Verleger, Kunstmäzen 05.06.1920 15.02.2014 07.06.2005
Erwin Deprosse 19.05.1931   19.05.2015

Ehemalige Bürgermeister unserer Gemeinde

1946-1964 Josef Breher CSU
1964-1984 Josef Seidl CSU
1984-1996 Ludwig Weber CSU
1996-2002 Sabine Würthner FDP
2002-2008 Dr. Stefan Detig CSU
2008-2014 Jürgen Westenthanner CSU

Historisches

Mit der Schenkung des Landgutes Hesinlohe durch Herzog Tassilo III an das Kloster Schäftlarn erfährt bereits im Jahr 776 ein Ortsteil des heutigen Pullach seine erste urkundliche Erwähnung. Pullach selbst wird in einer Urkunde des Bischofs Petto von Hachinga, dem späteren Abt des Klosters Schäftlarn, die vom 08.August 806 datiert, genannt. Jedoch war dieser Platz schon bedeutend früher besiedelt. Dies beweisen die Funde einzelner Hocker- und Hügelgräber (ca. 2000 – 1500 v. Chr.), ein Urnenfeldfund südlich der alten Pullacher Kirche (ca. 1300 v. Chr.) und die sogenannten Pullacher Fürstengräber der Hallstattzeit (ca. 700 v. Chr.).

Von den Kelten zeugt lediglich ein Eisenbarrenfund und von den Römern die alte Römerstraße südlich Pullachs, die Augsburg und Salzburg verband.

Seit dem frühen Mittelalter war der Ortsname zahlreichen Lautwandlungen unterworfen; bekundet sind: Poaloh, Buoloch, Pohloh, Puelach bis zum heutigen Pullach.

alte-grusskarte-pullach

Mit dem Bau der Maximiliansbahn 1854 und dem Bau der Isartalbahn 1891 entwickelte sich Pullach zu einem der bis heute gefragtesten Ausflugsziele der Münchner. 1892 entstanden in Pullach ein Bade- und ein Kurhaus an der Isar – beide blieben allerdings nur bis 1904 in Betrieb.

Ab 1894 wurde – eigentlich auf Baierbrunner Gemeindegebiet – das Wasser und später Dampfkraftwerk Höllriegelskreuth errichtet, ein weiteres Wasserkraftwerk entstand 1901 in Pullach. Diese legten den Grundstein für die Industrialisierung durch die Firmen Lindes Eismaschinen (heute Linde AG) und die Elektrochemischen Werke München (heute United-Initiators). Beide Unternehmen entwickelten sich zu weltweit agierenden, erfolgreichen Konzernen.

Pullach ist heute Standort weiterer national wie international bedeutender Unternehmen sowie zahlreicher erfolgreicher mittelständischer Firmen. Als eine der ersten Gemeinden im Münchner Umland nahm Pullach im Jahr 2005 eine kommunale Fernwärmeversorgung durch Geothermie in Betrieb.

Pullacher Eisenbahngeschichte                     

Von Armin Franzke
Im Zuge des Baus der Maximiliansbahn von Ulm über München nach Salzburg und Rosenheim erhielt die Gemeinde Pullach schon in der Frühzeit des bayerischen Eisenbahnbaus einen Bahnanschluss. Der erste Bahnhof entstand 1854 in Großhesselohe, zunächst noch als Endbahnhof. 1857 wurde die Bahnlinie über Holzkirchen nach Rosenheim fortgesetzt. Die hierzu gebaute Großhesseloher Isarbrücke zählte zu den ersten Eisenbahnbrücken in Deutschland, die in diesen Abmessungen ausgeführt wurde; sie blieb für die folgenden Jahrzehnte hinsichtlich Technik und Architektur richtungsweisend.

Die private Lokalbahn AG München  (LAG) errichtete 1891 mit der Isartalbahn von München nach Wolfratshausen eine weitere Bahnlinie durch Pullach, die 1897/98 eine Verlängerung nach Beuerberg und Bichl erfuhr. Die noch kleine Gemeinde Pullach wurde mit den Stationen Großhesselohe Isartalbahnhof, Pullach und Höllriegelskreuth-Grünwald großzügig erschlossen.

Die frühe Elektrifizierung der Isartalbahn bis Höllriegelskreuth und der zweigleisige Ausbau in den Jahren 1896 bis 1900 zeigten die Bedeutung der Lokalbahnlinie für die Anbindung der Vororte und insbesondere für den sich stark entwickelnden Ausflugsverkehr. 1934 entstand der Haltepunkt Pullach-Gartenstadt.

1938 wurde die LAG verstaatlicht. Ab 1950 fuhren vermehrt Züge über die 1942/43 gebaute Verbindungskurve nach Solln zum Münchner Hauptbahnhof. 1964 endete der Verkehr auf der alten LAG-Strecke zum Münchner Isartalbahnhof und alle Personenzüge der Isartalbahn hatten in München Hauptbahnhof ihren Ausgang. 1972 begann der S-Bahn-Betrieb und seit 1981 ist Pullach über die S-Bahn-Linie 7 vollständig in das S-Bahn-System eingebunden.

Im Pullacher Geschichtsforum e.V. erforscht der Arbeitskreis „Eisenbahn, Industrialisierung und Ortsentwicklung“ die Bedeutung der Eisenbahn in der Gemeindegeschichte. Weitere Informationen finden sich auf der Website www.pullacher-geschichtsforum.de .