Bekämpfung der Nadelholzborkenkäfer in der Gemeinde Pullach

Laut dem aktuellen Monitoring der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft liegt Pullach in der höchsten Gefährdungsstufe 4 durch Nadelholzborkenkäfer. Das bedeutet: Alle Nadelhölzer – allen voran die heimische Fichte – sind akut vor allem durch Kupferstecher und Buchdrucker befallen. Kiefern und Lärchen hingegen werden von diesen Käfern seltener angeflogen.
Angesichts einer drohenden Massenvermehrung hat die Umweltabteilung den Waldschutz auf dem gesamten Gemeindegebiet durch eine Allgemeinverfügung des Landratsamtes in den Fokus gestellt. Alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde werden dabei aufgerufen, bei den geringsten Hinweisen auf einen Borkenkäferbefall in Ihren Gärten oder Waldbeständen frühzeitige und gezielte Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Dadurch gewinnt man wertvolle Zeit, um weitere Befalle und Geschwisterbruten zu verhindern.
Der Sturm „Niklas“ vom vergangenen Frühjahr gilt als ein Ausgangspunkt für die derzeitig angespannte Befallssituation. Aber nicht nur die teilweise großflächigen Windwürfe im Münchener Süden, sondern auch die vehement wechselnden Extreme von Nässe und krasser Trockenheit ließen die Dichte dieser Waldschädlinge in unserer Region stark ansteigen. Dies geht soweit, dass neben den „gestressten“ Fichten sogar gesunde Exemplare von Buchdrucker und Kupferstecher angegriffen werden: Der Käfer- und Larvenfraß unterbricht den Wasser- und Nährstoffstrom in der Rinde, so dass die meisten befallenen Bäume über kurz oder lang verdursten und absterben.
Auch wenn sich die Vitalität unserer Bäume durch die gute Wasserversorgung in der jüngsten Vergangenheit etwas verbesserte, ist mit einer 2. und 3. Generation von ausfliegenden Käfern in den kommenden Wochen zu rechnen. Ausgehend von ca. 60 Nachkommen pro Weibchen kann dessen Nachkommenschaft bei 3 Generationen und mehreren Geschwisterbruten mehr als 100.000 Käfer in einem Jahr betragen.
Befallene Fichten müssen demnach so schnell wie möglich aus Gärten und Wäldern entfernt werden, um den Bruterfolg der Borkenkäfer frühzeitig einzudämmen. Dies gilt auch dann, wenn es sich nur um einzelbaumweisen Befall oder sehr kleine Befallsherde im Wald handelt.

Die wichtigsten Hinweise und Schadbilder eines Befalles durch Nadelholzborkenkäfer sind:

  • Einbohrlöcher, teilweise mit Harzausfluß durch die Baumabwehr
  • Bohrmehl am Stammfuß und Wurzelanläufen
  • Spechtabschläge
  • Abfall grüner bis gelber Nadeln
  • rötliche Verfärbung der Krone
  • Abfall der Rinde bei noch grüner Krone

Sollte der Abtransport des Stammes nicht sofort nach der Fällung umsetzbar sein sollte, so muss dieser grundsätzlich entrindet werden. Kronenmaterial muss ebenfalls unverzüglich gehackt werden kann.
Falls Sie sich über einen etwaigen Befall unsicher sind oder Fragen zur Allgemeinverfügung haben, finden Sie jederzeit Beratung und Hilfe in der Umweltabteilung.