80 Jahre Siedlervereinigung Pullach

Obstbäume soweit das Auge reicht, dazwischen Hühner, Ziegen und Hasen. Und natürlich die oft erwähnte Kuh. Die Rede ist nicht etwa vom Alpenvorland, sondern von Pullach, genauer gesagt von der Gartenstadt in der Gistlstraße. Dieses Bild bot sich bis in die 60er Jahre hinein.

Vor 80 Jahren stellte die Firma Linde der „Oberbayerischen Heimstätte“ die Grundstücke an der Gistlstraße zur Verfügung, um Siedlungshäuser für die Mitarbeiterfamilien zu bauen. 1937 entstanden 18 schlüsselfertige Häuser – von denen heute noch – zumindest teilweise – zehn Häuser erhalten sind. Drei der Häuser wurden beim Bombenangriff am 19. Juli 1944 zerstört, die übrigen massiv beschädigt.

Für die damaligen Besitzer war es gar nicht so einfach, die monatlichen Tilgungsraten von 25 bis 30 Reichsmark aufzubringen. Das schweißte die Menschen zusammen. In der kleinen Siedlung entwickelte sich ein nachbarschaftliches Miteinander, eine kleine „Selbsthilfeorganisation“, die sich dann unter dem Dach des Siedlerbundes zur Siedlervereinigung Pullach zusammenschlossen.

Der Siedlerbund heißt inzwischen Eigenheimerverband Bayern e.V. Dieser Verband ist über die Jahrzehnte zu einer wichtigen Interessenvertretung und Beratungsstelle für die Grundstücks- und Hausbesitzer geworden, die selbst in ihren Häusern wohnen.

Das Gesicht der Siedlung hat sich inzwischen deutlich geändert. Um-, An- und Neubauten, anders gestaltete Gärten – ein paar Obstbäume und das eine oder andere Gemüsebeet sind noch übrig geblieben.

Längst sind die Ortsteile Höllriegelskreuth, Großhesselohe und Pullach zusammengewachsen. Für diejenigen, die sich noch nicht mit den Wurzeln der Gartenstadt beschäftigt haben, ist die ursprüngliche Siedlungsstruktur kaum mehr zu erkennen. Die Siedlung hat eine eigene, sehr spannende Geschichte, die eng verbunden ist mit der Geschichte Pullachs.

In ihrer Laudation bedankte sich die Erste Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund für das „Engagement und die Bemühungen der Siedlervereinigung“, dass sie die „Erinnerung an diesen Teil der Geschichte der Gemeinde lebendig halten.“ Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit könne eine Gemeinde auf dieses Engagement nicht verzichten. Sie gratulierte der Vereinigung zu ihrem 80-jährigen Jubiläum und wünschte dem Verein eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung.

 

Susanna Tausendfreund, Erste Bürgermeisterin, und Hans-Dieter Wolf, Vorsitzender der Siedlervereinigung, freuten sich mit Wolfgang Kuhn, Präsident des Eigenheimerverbands Bayern, links im Bild, sowie mit Heinrich Rösl, Präsident des Eigenheimerverbands Deutschland, rechts im Bild.