6. Juli 2014, Jakobuskirche: Abschied von Pfarrer Bordon

Lieber Herr Pfarrer Bordon, liebe Frau Bordon!

Im Namen der politischen Gemeinde – aber auch ganz persönlich – möchte ich mich bei Ihnen beiden für Ihre 13 Jahre hier in Pullach, Großhesselohe und Höllriegelskreuth bedanken. Ihr Wirken in der Jakobusgemeinde war geprägt von großem gegenseitigem Verständnis und guter Zusammenarbeit. Sie förderten den sozialen Charakter in unserem Pullach durch die Diakonie, Essen auf Rädern und vieles andere mehr.
Für all dies und manches andere an weiteren Aktivitäten braucht man die Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eingebettet in Ihrer Kirchengemeinde auch sehr selbstständig tätig sein konnten und zukünftig – wie ich hoffe – auch weiterhin sein werden. Auch ihnen allen sei heute ganz herzlich gedankt. Mein Dank gilt natürlich auch Ihnen, liebe Frau Bordon. Ich glaube es ist Ihnen gelungen, eine Art Kristallisationspunkt in der Kirchengemeinde zu sein und auch wichtige Ratgeberin Ihres Mannes.
Lieber Herr Bordon, wohl auch ihrer Erfahrung in Siebenbürgen, der Diktatur in Rumänien, haben wir ihren Einsatz für die Partnerschaften Pullachs zu verdanken. Dies gilt vor allem für die Partnerschaft mit Baryschiwka in der Ukraine.
So waren Sie dabei, als der dortige Soldatenfriedhof und das Denkmal eingeweiht wurden. Aus dieser Erfahrung kommt vermutlich auch das von Ihnen und dem Kirchenvorstand verdeutlichte Interesse an einer Würdigung derer, aus rassischen Gründen abgeholt wurden, die Pullach verlassen mussten oder als Zwangsarbeiter verstarben.
Dass unsere Gemeinde mit einem Denkmal die verstorbenen Soldaten ehrt, aber bisher noch keinen würdigen Rahmen gefunden hat für die Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, an die Zwangsarbeiter und weitere Opfer aus dieser Zeit, hat Sie immer wieder veranlasst, Anstöße zu geben.
Sie haben sich engagiert dafür eingesetzt, dass Pullach einen Ort erhält, an dem diesen Menschen künftig gedacht wird. Ich hoffe, dass ich auch nach Antritt Ihres Ruhestands auf Sie zukommen kann, damit wir gemeinsam Ihre Gedanken, Anregungen und Ideen hierzu noch umsetzen können.
Lieber Herr Bordon, ich wünsche Ihnen Zeit für sich und für Ihre Frau – ohne Kirchengemeinde, die Sie sehr vermissen wird. Aber ich bin mir sicher, dass es Ihnen nicht langweilig werden wird, sondern ein spannender Un-Ruhestand auf Sie wartet. Und ich wünsche uns allen auch weiterhin eine enge Verbundenheit mit Ihnen.